Noch fit in der Theorie?
ATPL Theoriewissen aufgefrischt: Funknavigation
Grundlagen von VOR, NDB und GPS stehen auf dem Programm, ebenso die Konzeption von FMS und weiteren Navigationshilfen.
Für manchen Schüler erinnert der Stoff in Funknavigation beim ATPL an eine Mischung aus alten Physikbüchern, Ausbildungsunterlagen für Rundfunktechniker von 1950 und Erzählungen aus der Kategorie "Damals, als wir noch mit der Super Connie über den Atlantik flogen."
Das Kapitel an sich ist hat aber auch seine spannenden Facetten. Geht es doch um die Art und Weise, seinen Weg in der Luft von A nach B zu finden, mit dem technischen Hintergrund aus der Epoche zwischen Sextant und GPS-"Direct to". VOR-Navigation und ILS-Anflüge sind auch im GPS Zeitalter noch Standard und Basis der zertifizierten Navigation.
Der Einstieg in die Funknavigation beginnt mit Grundlagen aus der Radiotechnik. Schließlich stammen die Basisgeräte wie NDB und VOR aus dem gleichen technischen Stammbaum wie UKW und Mittelwellenemfänger für Sprache und Musik. Das zeigt sich auch an der Verwendbarkeit des NDB-Empfängers für manche Mittelwellen-Sender.
Wer heute über das "altmodische" NDB lacht, sollte es im Rahmen der ATPL-Ausbildung auch als Exkurs in die Technikgeschichte ansehen. Mit Hilfe dieses Gerätes wuchs in den 1950er Jahren an vielen Flughäfen weltweit überhaupt erst eine einigermaßen verlässliche Navigation.
Zuvor gab es Leuchtfeuer am Boden und erste Experimente mit Funknavigation. NDB's waren einer der wichtigsten technischen Meilensteine in der Zivilluftfahrt im vergangenen Jahrhundert.
Noch in den Anfängen der Boeing 707-Epoche gab es viele glanzvolle Metropolen weltweit, deren Airport nur im NDB-Appoach erreichbar war.
Schließlich sind die NDB-Fragen auch solides Training für die Standards wie QDM, QDR, QUJ, und QTE. Hier empfiehl sich intensives Üben, aber damit entsteht kurz darauf auch ein sicheres Verständnis der Kurse und Richtungen.
Mit der VOR-Navigation wird die Positionsbestimmung etwas komfortabler. Die Navigationshilfe gleicht einem Rad mit Speichen. In der Nabe steht der Sender, mit dem entsprechende Gerät im Cockpit lässt sich ergründen, auf welcher virtuellen Speiche das Flugzeug unterwegs ist. Wo sich das Flugzeug befindet auf dieser Speiche verrät gegebenenfalls ein DME-Empfänger. Ist dieser nicht vorhanden, bedarf es eines weiteren Hilfsmittels.
Mit dem ILS-Verfahren geht die ATPL-Theorie über die PPL-Themen hinaus. Nun stehen Begriffe wie CAT I, CAT II und CAT III im Raum, Anflugsegmente und Missed Approach Procedures. Von der Grundlage ist der ILS Anflug ganz einfach: Wie auf einer virtuellen Seilbahn soll das Flugzeug zum Aufsetzpunkt geleitet werden - sozusagen die Talstation. Die entsprechenden Minima geben an, wann beim Blick aus dem Fenster bei dieser Seilbahnfahrt die Talstation in Sicht kommen sollte.
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So sieht der Gleitpfad bei einem ILS-Anflug schematisch aus. Grafik und Copyright: CAT Europe
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flugrevue.de / Heiko Stolzke
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