Space Shuttle - Abschied auf Raten - Teil 4
Ein FLUG REVUE-Rückblick auf 30 Jahre bemannte US-Raumfahrt – Teil 4
von Raumfahrtredakteur Matthias Gründer
Nur noch zweimal sollen Space Shuttles ins All starten, dann ist diese Ära der Raumfahrt beendet. Im vierten Teil unseres Rückblicks befassen wir uns mit der Periode der Flüge nach dem Verlust der Raumfähre „Challenger“.
Die Katastrophe hatte allen Kritikern auf makabre Weise Recht gegeben: Das Raumtransportsystem war nicht nur völlig überteuert, sondern auch unsicher. Ein Totalverlust schon beim 25. Einsatz war inakzeptabel und ließ die einst ehrgeizigen Startplanungen zur Makulatur verkommen. Der Ausbruch aus dem Teufelskreis von politischem und technologischem Machtanspruch einerseits und technischer Unzuverlässigkeit andererseits war aber nicht möglich. Ein Verzicht auf das System hätte für lange Zeit den Ausstieg der USA aus der bemannten Raumfahrt bedeutet, und damit hätte man der Sowjetunion die Führung auf diesem prestigeträchtigen Gebiet übergeben. Das aber war in dieser Hochphase des Kalten Krieges undenkbar!
Frederick Hauck, der vor der Katastrophe zweimal mit dem Shuttle geflogen war und nach „Challenger“ den ersten Flug kommandierte, beschrieb die Stimmung dieser Zeit mit folgenden Worten:
“Das Challenger-Unglück traf uns Astronauten zutiefst. Neben dem unersetzlichen Verlust unserer Freunde und dem entsetzlichen Schmerz, der ihren Familien zugefügt wurde, war auch unsere berufliche Welt erschüttert. Wann würden wir wieder fliegen? Würden wir überhaupt wieder fliegen? Mir war damals nicht klar, dass es ein vermeidbares Unglück gewesen war. Alle meine Erfahrungen mit der NASA, seit ich Mitte 1978 dazugestoßen war, beruhten auf Professionalität und Vorsicht. In meiner fliegerischen Laufbahn habe ich nie engagiertere Menschen getroffen. Zu dieser Zeit hatte ich zwei Einsätze mit dem Shuttle geflogen und dabei immer gewusst, dass ich mit jedem Start mein Leben riskierte. Aber in meinem tiefsten Inneren ‚wusste’ ich, dass die NASA die Formel für den Erfolg besaß. Leider hatte ich mich geirrt.“
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Folge 1: Der Mensch als Fehlerquelle
flugrevue.de/Matthias Gründer
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