
Tag der Luft- und Raumfahrt
Sicheres Fliegen bei schlechtem Wetter
Regen, Nebel oder Schnee sind in Mitteleuropa je nach Jahreszeit meteorologischer Alltag. Ihre Auswirkungen auf den Flugbetrieb zum Beispiel bei Germanwings hängen von mehreren Faktoren ab.
Beim Thema Wetter kann die Fluggesellschaft viele Entscheidungen gar nicht allein treffen. Auch Flugsicherung und Flughäfen bestimmen, ob bei einer bestimmten Wetterlage abgehoben werden kann, oder sich die Reise verzögert.
Einige Faktoren im Detail
Nebel:
Germanwings hat eine Zulassung, die Germanwings CAT IIIB Anflüge erlaubt. Hinter diesem Kürzel verbirgt sich der internationale Standard für Instrumentenanflüge - das heißt also, die Besatzung kann erst in einem bestimmten Abstand die Landebahn sehen. Zwei Angaben sind dabei wichtig: Wie tief hängen die Wolken über dem Boden - und wie weit kann man nach vorn schauen. Dies regeln die einzelnen Stufen CAT I, CAT II und CAT III. Je höher die Zahl, desto schlechter die Sichtverhältnisse. Stufe III ist nochmals unterteilt - in IIIA, IIIB und IIIC.
Dazu müssen der Flugbetrieb und seine Verfahren zugelassen sein, die Piloten entsprechend trainiert und lizenziert sein sowie der Flughafen Anflüge der Betriebsstufe III haben. Das bedeutet: Bei Wetterbedingungen mit einer Sicht von nur 75 m kann noch sicher geflogen werden. Zum Vergleich: Dies ist kürzer als die Laufbahn eines durchschnittlichen Schulsportplatzes.
Aber auch wenn die Besatzung und das Flugzeug unter diesen Bedingungen sicher unterwegs sind - bei schlechter Sicht müssen an den Flughäfen oft höhere Abstände zwischen den Flugzeugen eingehalten werden. Das kann die Abläufe verzögern.
Regen:
Ein modernes Verkehrsflugzeug wie zum Beispiel die Airbus A319-Flotte von Germanwings muss schon bei der Flugerprobung zahlreiche heftige Wettersituationen überstehen. Dazu zählen Landungen auf überschwemmten Bahnen, Seitenwind, Vereisung oder starker Regen. Bei diesen Testprogrammen müssen auch die Triebwerke noch störungsfrei funktionieren, selbst wenn gigantische Wassermassen hineingespritzt werden.
Damit die Landung auf einer nassen Bahn nicht zur Rutschpartie wird, sind Flugzeuge ähnlich wie moderne Autos mit einem Antiblockiersystem ausgestattet. Außerdem wird im Flugzeug meist auch mit der Schubumkehr gebremst - dabei wird der Triebwerksschub für kurze Zeit nach vorn umgeleitet.
Durch heftige Gewitter wird in der Regel dennoch nicht hindurchgeflogen. Zwar würden die Turbulenzen das Flugzeug kaum gefährden, der Komfort für die Reisenden wäre aber sehr stark eingeschränkt. Dass Flugzeuge auch in heftigen Tropenstürmen nicht abstürzen, zeigen zum Beispiel die Hurrikan-Flüge amerikanischer Meteorologen. Hier wird regelmäßig direkt durch Stürme hindurchgeflogen, um sichere Wetterdaten gewinnen zu können.
Eis und Schnee:
Vielen Passagieren ist es aus Flügen im Winter vertraut: Kurz bevor das Flugzeug auf die Startbahn rollt, bekommt es eine Dusche mit heißem Wasser sowie einer speziellen Flüssigkeit. So wird das Eis von den Tragflächen entfernt, es könnte sonst im ungünstigsten Fall den Auftrieb verringern. Die Flüssigkeit ist wie eine Art Frostschutzmittel im Waschwasser des Autos. Sie verhindert, dass sich beim Start neues Eis ansetzt. Wenn das Flugzeug in der Luft ist, verhindern Enteisungsanlagen mit heißer Luft aus den Triebwerken, dass sich neues Eis bildet. Am Boden reichen diese Anlagen aber nicht aus - das ist in etwa wie bei der Scheibenenteisung am Auto im Winter: Während der Fahrt reicht das Heißluftgebläse im Auto. Um die Scheibe aber erstmal freizubekommen, ist Kratzen oder Enteisungsspray notwendig.
Die DLR-Infoseite zum Tag der Luft- und Raumfahrt finden Sie hier.
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Lesen Sie auf der nächsten Seite:
Was passiert im Germanwings Operation Control Center
HS
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