Airbus gibt Programmstrategie für 2010 bekannt
Auf der gemeinsamen Jahrespressekonferenz von EADS und Airbus in Sevilla hat die Unternehmensführung auch einen Überblick über die Strategie mit den einzelnen Flugzeugprogrammen gegeben.
Das Programm des Militärtransporters Airbus A400M koste das Unternehmen pro Monat 100 bis 150 Millionen Euro, sagte EADS-Chef Louis Gallois. Das könne so nicht weitergehen. Auf 180 Flugzeuge gerechnet mache man 2,4 Milliarden Euro Verlust. Man fordere bis Ende Januar eine Entscheidung über eine "deutliche" finanzielle Beteiligung der Kunden an den Mehrkosten. Die zweite A400M, in deren Hangar die Pressekonferenz stattfand, solle im März fliegen, das dritte Flugzeug "Mitte des Jahres". Derzeit seien 8000 Mitarbeiter mit dem Programm A400M beschäftigt. Bei vollem Hochlauf der Produktion werde es 40000 Arbeitsplätze sichern.
Laut Gallois habe Airbus beim Vertragsabschluss für die A400M eine Reihe von Fehlern gemacht: Man habe ein Turboproptriebwerk gewählt und sich auf Kundenwunsch noch dazu darauf eingelassen, damit einen europäischen Hersteller zu beauftragen. Die Organisation mehrerer Hersteller zur Entwicklung der FADEC-Triebwerkssteuerungssoftware für die A400M sei "die barockeste Organisation, die man jemals gesehen hat" (Gallois). Außerdem sei die geforderte Reisegeschwindigkeit mit Mach 0.7 ungewöhnlich hoch. Und schließlich liege die zugesagte Entwicklungsdauer bis zur ersten Auslieferung binnen 6,5 Jahren weit unter allen anderen Militärtransportern. Lockheed habe für die C-130J zwölf Jahre gebraucht, Boeing für die C-17 sogar 14 Jahre. Den A400M-Vertrag habe Airbus auch noch zu Festpreiskonditionen unterzeichnet.
Die A380-Produktion laufe noch immer nicht störungsfrei. Nach nur zehn Auslieferungen 2009 hoffe man auf "mindestens 20" Auslieferungen 2010. Laut Airbus Chief Operating Officer Fabrice Brégier sollen die ausgerüsteten Sektionen in Hamburg und Saint Nazaire verstärkt elektrisch getestet werden, um Nacharbeiten in der Endmontage weiter zu reduzieren. Neue Ingenieurteams für einzelne Flugzeuge sollten in der Endmontage auftretende kleinere Störungen binnen Stunden beseitigen, statt, wie bisher, auf dem großen Dienstweg über die Konstruktionsabteilung zu gehen, was jeweils "zwei Wochen" dauere. Im zweiten Halbjahr 2010 solle die Produktion zwei A380 pro Monat erreichen. Danach vier pro Monat.
Laut Airbus-Chef Thomas Enders soll in diesem Jahr darüber entschieden werden, ob die A320-Familie mit neuen Triebwerken modernisiert werde. Falls es dazu komme, wolle man auch IAE-Triebwerke anbieten.
Laut Airbus-COO (Customer) John Leahy will Airbus die künftige A350-800 analog zur A330-200 von der Mutterversion ableiten. Die verkürzte A350-800 erhalte eine um drei Tonnen reduzierte Nutzlast und Triebwerke mit herabgesetztem Schub, so dass ihre Reichweite um 250 Nautische Meilen steige. Sie übertreffe die Boeing 787 damit um über 900 NM.
Airbus A380 - das Flaggschiff aus dem Programm des europäischen Herstellers. Foto und Copyright: Airbus
SST 12.01.2010
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