03.12.2015
FLUG REVUE

"Bionic Partition" für AirbusA320-Trennwand aus dem 3D-Drucker

Airbus und die Konstruktionssoftwarefirma AutoDesk arbeiten zusammen, um Kabinentrennwände für die A320-Familie noch leichter zu machen.

Airbus A320 bionische Trennwand aus dem 3D-Drucker

Die neue Trennwand für die A320-Familie entstand im 3D-Druck. Sie ist 45 Prozent leichter, als eine herkömmliche Trennwand. Foto und Copyright: Airbus  

 

Die neue Trennwand zur Küche, sie soll in der A320-Kabine hinter den Sitzen der Flugbegleiter an den hinteren Türen zum Einsatz kommen, sei im "bionischen Design" konstruiert worden, teilte Airbus mit. Dabei kommen, nach dem Vorbild der Natur, astartige Streben zum Einsatz, die optimal für die auftretenden Lasten ausgerichtet sind. Gebaut wird die neue Raumteilerstruktur mit einer separaten Abdeckplatte im 3D-Druck, kündigte Airbus an.

Die sogenannte "Bionic Partition" (bionische Trennwand) sei mit maßgeschneiderten Algorithmen konstruiert worden, die sich Zellstrukturen und das Knochenwachstum zum Vorbild genommen hätten, ergänzte AutoDesk. Im additiven Verfahren seien erstmals diese viel leichteren und viel festeren Strukturen entstanden, die, laut Airbus, zugleich die bisher größten 3D-gedruckten Kabinenteile bildeten.

Die A320-Trennwand gilt wegen komplizierter Aussparungen und strikter Gewichtsvorgaben als konstruktiv besonders herausfordernd. Mit 30 Kilogramm Gewichtseinsparung ist die neue Trennwand 45 Prozent leichter als die konventionelle Ausführung. Wenn man die gesamte Kabine aller bestellten A320 nach diesem Muster ausstatten würde, ließen sich laut Airbus 465.000 Tonnen CO² pro Jahr einsparen. Diese Menge entspricht jener, die 96.000 PKW im Jahr abgeben.

Das Material der neuen Trennwand ist "Scalmalloy" eine Aluminium-Magnesium-Scandium-Legierung der zweiten Generation. Sie stammt von der Airbus-Tochter APWorks. Scalmalloy ist speziell für den 3D-Druck ausgelegt und kann sich ausdehnen, bevor es bricht. Das Material wird hier erstmals in großem Maßstab in einer Flugzeugkabine verwendet. Airbus hat eine erste Testreihe mit den neuen Trennwänden bereits abgeschlossen. Für 2016 ist auch ein Testflug damit geplant.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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