03.08.2015
FLUG REVUE

Verbesserung der NotsenderNASA lässt Cessna 172 testweise "abstürzen"

Am 29. Juli hat die NASA in ihrem Langley-Testzentrum in Virginia gezielt eine an einem Seil aufgehängte Cessna 172 wie bei einem Absturz unter Laborbedingungen aufschlagen lassen. Der Test gehört zu einer Serie, mit der die Zuverlässigkeit von Notsendern in Flugzeugen erhöht werden soll.

NASA Absturztest ELT Verbesserung Langley Cessna 172

Unter Laborbedingungen ließ die NASA diese per Seil an einem Stahlturm aufgehängte Cessna 172 wie ein riesiges Pendel in das Messfeld einschlagen. Foto und Copyright: NASA Langley  

 

Bei ihrem harten Aufschlag mit 89 km/h Vorwärtsfahrt aus rund 30 Meter Höhe auf dem Sandboden des NASA-Langley-Forschungszentrums in Hampton, Virginia, brach sich die Cessna zunächst ihren linken Flügel ab. Das Flugzeug überschlug sich außerdem und blieb schwer beschädigt auf dem Rücken liegen. Der hintere Rumpf wurde schon beim ersten Aufschlag gestaucht und knickte ein. Dennoch gilt diese Unfallkategorie noch als "überlebbar". Eine Fotoserie und Videos zeigen den "Unfallverlauf". Die Reihe von drei NASA-Tests will die Zuverlässigkeit von Notsendern an Bord von Flugzeugen erhöhen und die Reaktionszeiten bis zum Eintreffen von Rettern verkürzen. Fünf ELT-Notsendereinheiten waren dazu an Bord an unterschiedlichen Einbauorten installiert, um die Funktionsfähigkeit zu prüfen.

"Wir können hier sehr viele Daten gewinnen", sagte Lisa Mazzuca, Search and Rescue mission manager der NASA. "Genau diesen Verlauf mit dem Aufschlagen des Bugs voran wollten wir." 64 Meßkanäle und 40 Kameras zeichneten den genauen Hergang auf. Die NASA hat beobachtet, dass die sich bei hartem Aufschlagen selbständig einschaltenden ELT-Notsender an Bord oft versagen und nicht wie erhofft senden. 

Die ELT-Sender bestehen aus einer Funkgeräteeinheit in der Kabine und einer Antenne auf der Rumpfaußenseite. Mit Hilfe der Testreihe sollen bessere Einbauorte gefunden werden, damit die ELT-Sender den Aufschlag besser überstehen und schneller Hilfe herbeirufen können. Bei einem ersten Test am 1. Juli war ein Flugzeug aus niedrigerer Höhe testweise auf Beton aufgeschlagen. Der jetzige Sandbodentest gilt als schwieriger, weil das Flugzeug hier nicht abprallt und ein Teil der Aufschlagenergie ins Vorwärtsrutschen umgewandelt wird, sondern weil sich das Flugzeug hier eingräbt.

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www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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