29.09.2015
FLUG REVUE

BDLI Deutsche Luftfahrtindustrie klagt über hohen Preisdruck

Laut einer neuen Studie sieht sich die deutsche Luftfahrtindustrie unter einem immensen Preisdruck. Hinzu kommt für die Unternehmen der Zwang, die Entwicklungskosten im Flugzeugbau vorzufinanzieren.

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Für die "Aviation-Studie 2015", die gemeinsam mit dem Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) durchgeführt wurde, befragte die Unternehmensberatung Staufen mehr als 100 Firmen der deutschen Luftfahrtindustrie. Die Ergebnisse sind nicht neu.

Besonders vom Preisdruck betroffen zeigten sich die Systemlieferanten: 92 Prozent aller Unternehmen klagen über immense Belastungen infolge des harten Preiskampfes. "Diese sogenannten Tier-1-Unternehmen stecken quasi in der Preiszange, denn es gelingt ihnen kaum, die Belastungen wiederum an ihre Lieferanten weiterzugeben", sagt Harald Knoke, Leiter des Bereichs Aviation bei der Unternehmensberatung Staufen. "Die Unternehmen sind zudem gezwungen, Angebote zu Festpreisen abzugeben, die häufig auch bei späteren Konfigurationsänderungen noch ihre Gültigkeit behalten."

Ein weiteres großes Problem für die Unternehmen: Die Flugzeughersteller übertragen die Verantwortung für komplette Module und Systeme zunehmend auf ihre Zulieferer. Das bedeutet vor allem für die Systemlieferanten: Sie müssen die Entwicklungskosten für diese Komplettsysteme vorfinanzieren. Zwei von drei Befragten bezeichnen dies als eine zentrale Herausforderung.

Die rund 500 Unternehmen der deutschen Luftfahrtindustrie arbeiten daher an der Optimierung ihrer Prozesse. Sie wollen damit preisgünstiger, flexibler und schneller werden. "Unsere Studie zeigt allerdings, dass viele Zulieferer dabei nicht konsequent genug vorgehen. So verzichtet jedes zweite Unternehmen bisher auf entsprechende Maßnahmen zur effizienteren Gestaltung der Wertschöpfungskette", sagt der Luftfahrtexperte von Staufen. "Ein Fehler, denn nur auf diesem Weg wird es gelingen, Entwicklung und Produktion langristig in Deutschland zu halten."



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