31.03.2015
Erschienen in: 05/ 2013 FLUG REVUE

Multitalent im Dienst der WissenschaftDas Forschungsflugzeug DC-8-72 der NASA

Seit über 30 Jahren fliegt diese Maschine nun schon für die Forschung, und wenn es nach der NASA und den Piloten geht, könnten noch 20 hinzukommen, wie dieser Bericht zeigt.

Sie ist schon eine ziemlich alte Dame, diese DC-8. 1969 ging sie bei Alitalia in Dienst und war dort und später bei Braniff mehr als 40000 Stunden im Einsatz, bevor sie 1984 günstig von der NASA gekauft wurde. Heute, im vorgerückten Alter, muss sie nicht mehr so hart arbeiten, aber was sie jetzt macht, ist vom Feinsten. „Bei einer Airline wären 3000 Flugstunden oder mehr pro Jahr normal“, sagt Richard G. Ewers, mit 43 Dienstjahren und mehr als 12750 Flugstunden auf den verschiedensten Flugzeugtypen einer der erfahrensten Forschungspiloten beim Dryden Flight Research Center der NASA am Rogers Dry Lake in Kalifornien. „Die NASA braucht sie für 400 bis 500 Stunden im Jahr, und auf diese Weise kann sie uns noch rund 20 Jahre lang dienen – wenn wir noch so lange Ersatzteile finden.“

Warum aber nutzt die NASA ausgerechnet eine DC-8 für die unterschiedlichsten Messkampagnen? Schließlich gibt es weltweit nur noch 32 fliegende Exemplare dieses Typs, von denen in Nord- und Südamerika einschließlich „unserer“ N817NA gerade einmal die Hälfte unterwegs ist. Doch gerade die Flugeigenschaften machen die Beliebtheit dieses Flugzeuges aus, das immer wieder beweist, dass alt nicht gleich unmodern ist. Immerhin ist sie nach ihrer Indienststellung bei der Nationalen Luft- und Raumfahrtagentur der USA erst einmal zwei Jahre lang auf den technisch neuesten Stand gebracht worden, was unter anderem die Ausstattung mit CFM56-Triebwerken beinhaltete.

„In dieser 72er Konfiguration ist das Flugzeug sparsam im Verbrauch und entspricht den Forderungen der Lärmkategorie III“, berichtet Dick Ewers. „Vor allem aber können wir im Durchschnitt elf Stunden lang fliegen, bis zu 14 Stunden sogar, ohne dass der Sprit knapp wird.“ Das bedeutet, dass rund 3000 Kilometer lange Anflüge zu einem Messgebiet möglich sind, mit zweistündiger Operation zum Sammeln der Daten und anschließendem Heimflug. Ein anderes Missionsziel könnte mit 1600 Kilometer Anflug und fünf Stunden Messung in und um einen Hurrican herum beschrieben werden; der Vielfalt sind wahrlich kaum Grenzen gesetzt.


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Matthias Gründer


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