22.08.2012
FLUG REVUE

DLR nimmt weltweit größten Forschungsautoklaven in Betrieb

Im DLR-Standort Stade wurde der Autoklav BALU (Biggest Autoclave Laboratory Unit) heute in Betrieb genommen. Er ist 20 Meter lang und hat einen Durchmesser von nahezu sechs Metern.

DLR Großautoklav in Stade

Der weltweit größte Forschungsautoklav wurde vom DLR in Stade eingeweiht (Foto: DLR)  

 

"Die Inbetriebnahme des weltgrößten Forschungsautoklaven hier im CFK Forschungszentrum Nord in Stade ist ein weiterer wichtiger Meilenstein auf unserem gemeinsamen Weg, die Position Niedersachsens als führendes Leichtbauland auszubauen und zu stärken. Dieser Autoklav ermöglicht Forschung im Industriemaßstab für Luft- und Raumfahrtanwendungen. BALU passt ganz wunderbar in das CFK Nord, wenn man sich den Haupteinsatzzweck des CFK anschaut: Ganz klar für die Luftfahrt, das war unser Ausgangspunkt", erklärte Wirtschaftsminister Jörg Bode in Stade.

BALU ist eine Forschungsplattform für die Erforschung neuer Technologien im Bereich des Faserverbundleichtbaus. "Anhand von Demonstrationsbauteilen im industriellen Maßstab ist unser Autoklav in der Lage, neue Technologien auf dem Gebiet der Fertigung von Flugzeugbauteilen zu erforschen und zu testen", erklärt Michael Kühn vom DLR-Institut für Faserverbundleichtbau und Adaptronik.

Zusätzlich zum realen Autoklaven haben die Wissenschaftler auch ein entsprechendes Modell im Rechner entwickelt. Der "virtuelle Autoklav" kann das, was sein realer Bruder nicht kann: in die Zukunft sehen. Mit Hilfe der MASTERBOX, einer Art virtuellem Gehirn, greift der Autoklav auf in einer Datenbank gesammelte Daten zurück, die Schlüsse auf die nicht mit Sensoren messbaren Daten zulassen.

Dargestellt wird der ganze Prozess in einer Simulation, mit deren Hilfe die DLR-Wissenschaftler sehen können, was in der nächsten Zeit im Autoklaven passieren wird. So können sie beispielsweise erkennen, ob das in der Röhre befindliche Bauteil eventuell schon eher fertig oder von zu geringer Qualität ist. Dann bricht der Backvorgang vorzeitig ab – was wiederum Zeit und Energie spart.




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