09.08.2012
FLUG REVUE

DLR vermisst Rotorwirbel im Flug

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat mit seinem Forschungshubschrauber BO 105 ein Messverfahren getestet, mit dem die lärmverursachenden Luftwirbel von Hubschrauberrotoren direkt im Flug beobachtet werden können.

BOS DLR Flug 2012

Aus dem Ultraleichtflugzeug fotografierten Wissenschaftler des DLR die Wirbel der BO 105 (Foto: DLR).  

 

Mit der so genannten Hintergrundschlierenmethode (kurz: BOS, Background Oriented Schlieren Method) ist es erstmals möglich, Blattspitzenwirbel zu visualisieren. Durch Schwankungen der Dichte wird das Licht in der Luft gebrochen. Vor geeigneten Hintergrundmustern ist dies als Schliere erkennbar. "Geeignete Hintergründe können auch Agrarflächen, wie Felder und Wiesen sein", erklärte Kolja Kindler vom DLR-Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik.

Mit zwei Kameras wurden daher die Rotorblätter des fliegenden Hubschraubers zeitlich kurz verzögert aus einem Verfolgerflugzeug fotografiert. Dazu flogen die DLR-Wissenschaftler mit einem Ultraleichtflugzeug der Flugwissenschaftlichen Fachgruppe Göttingen seitlich versetzt über dem Hubschrauber. "Das ausgewählte Muster, also in diesem Falle das Feld, wird durch die Blattspitzenwirbel in beiden Bildern an verschiedenen Stellen verzerrt, sodass man durch Vergleich der Bilder die Wirbelposition und relative Stärke ermitteln kann", erklärte Kindler.

Um mit derselben Methode die Blattspitzenwirbel während der Landungen zu untersuchen, wurde zusätzlich ein großflächiges künstliches Muster am Hangar des DLR Braunschweig angebracht.

Mit den gewonnen Daten können nun auch Simulationsrechnungen von Rotorblättern oder Hubschraubern überprüft werden. „Wenn wir in der Lage sind, das Wirbelsystem im Flug sichtbar zu machen, wissen wir fast alles über die Hauptrotoraerodynamik und insbesondere auch das, was die Simulation uns noch nicht vorhersagen kann“, sagte Kindler.



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