02.09.2010
FLUG REVUE

EADS: Elektrisches Forschungsflugzeug CriCri startet zum ErstflugEADS: Erstflug des ersten Kunstflugzeugs mit Elektroantrieb

Die Forschungsabteilung von EADS hat ein einsitziges Cri-Cri-Kunstflugzeug zum viermotorigen Elektro-Versuchsträger umgebaut. Heute startete die einmalige Cri-Cri in Paris zum offiziellen Erstflug.

Die Cri-Cri ist ein seit 1971 vom Franzosen Michel Colomban entwickeltes ultraleichtes aber kunstflugtaugliches Flugzeug für eine Person, die in einem blasenartigen Kabinenaufbau Platz findet. Der ursprüngliche Erstflug des von zwei Verbrennungsmotoren angetriebenen Flugzeugs fand schon 1973 statt.

EADS Innovation Works habe nun die beiden Motoren der Cri-Cri durch vier Elektromotoren ersetzt und am Donnerstag zum Erstflug gebracht. In Zusammenarbeit mit Aero Composites Saintonge und der französischen Vereinigung „Green Cri-Cri Association“ habe auf dem Flughafen Le Bourget bei Paris der offizielle Jungfernflug stattgefunden, teilte EADS mit.

Die Cri-Cri sei das weltweit erste von vier Elektromotoren angetriebene Kunstflugzeug. Sie sei um 11.12 Uhr gestartet und ohne Vibrationen geflogen. Die Manövrierfähigkeit sei sehr gut. Alle Systeme funktionierten einwandfrei und die Cri-Cri sei sicher nach sieben Minuten gelandet.

"Das Flugzeug fliegt sehr ruhig, viel sanfter als eines mit herkömmlichen Antrieb", sagte Testpilot Didier Esteyne. "Aber wir stehen noch ganz am Anfang und müssen noch viel lernen. Kunstflugmanöver sind uns frühestens nach fünf Flugstunden und 15
Landungen erlaubt."

"Bei der Cri-Cri handelt es sich um ein kostengünstiges Testflugzeug zur Systemintegration elektrischer Technologien, um Programme wie unser Hybridantriebskonzept für Hubschrauber zu fördern", erklärte Jean Botti, Chief Technical Officer von EADS. "Von diesem Projekt erhoffen wir uns viele nützliche Informationen." In naher Zukunft werde es jedoch noch keine größeren Flugzeuge mit Batterieantrieb geben.

Die kunstflugfähige Cri-Cri vereine verschiedene innovative Technologien: leichte Verbundwerkstoffstrukturen, die das Strukturgewicht senken und damit das Zusatzgewicht der Akkus kompensierten, vier Elektromotoren mit gegenläufigen Propellern, die einen CO2-emissionsfreien Antrieb und eine signifikante Geräuschreduzierung im Vergleich zu Verbrennungsmotoren sicherstellten, sowie Lithium-Akkumulatoren mit hoher Energiedichte. Das Elektroflugzeug erreiche eine Flugdauer von 30 Minuten bei 110 Stundenkilometern im Reiseflug oder von 15 Minuten im Kunstflug, mit Spitzengeschwindigkeiten von 250 Stundenkilometern und einer Steigleistung von rund 5,3 Metern pro Sekunde.




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