05.03.2013
FLUG REVUE

Finalisten für den Crystal Cabin Award stehen fest

47 zugelassene Bewerbungen aus elf Ländern hat die 25-köpfige internationale Experten-Jury in den vergangenen Wochen gesichtet und bewertet, sodass jetzt für sieben Kategorien jeweils drei Finalisten nominiert werden konnten.

Interessante Ideen, von denen nicht nur die Airlines, sondern auch und vor allem die Passagiere profitieren liefern sich in der Kategorie „Design & visionäre Konzepte“ das Rennen. Acro Aircraft Seating aus England hat einen leichten und selbstreinigenden Ablagetisch entwickelt, der in der Sitzlehne integriert ist; der Fluggast freut sich über mehr Platz. Paperclip aus Hong Kong wurde für Checkerboard nominiert, ein Konzept für Passagiersitze, bei dem die Einzelteile der Sitze der Economy-Class und der Business-Class umwandelbar sind. Zodiac Aerospace aus den USA hat mit ISIS (Innovative Space Interior System) die Kabine des A320 komplett neu gestaltet, sie bietet Platz für 60 Prozent mehr Handgepäck und wirkt dennoch luftiger.

In der Kategorie „Premium- & VIP-Produkte“ haben die beiden deutschen Unternehmen Dornier Technologie-Systems und Lufthansa Technik sowie Zodiac Seats aus den USA und Mexiko die Jury überzeugt. Dornier hat einen stilvollen und unempfindlichen kapazitiven Touchscreen entwickelt. Lufthansa Technik bringt mit dem nice HD-System hochauflösende Videos auf ultradünne Bildschirme, alle Kabinenfunktionen können zudem mit dem iPhone oder iPad gesteuert werden. Zodiac macht mit dem Reversible Seat das Reisen wieder zu einem gemeinsamen Erlebnis – die Sitze können umgedreht werden, sodass sich die Passagiere gegenüber sitzen.

Kundenfreundlich sind auch die nominierten Produkte für die Kategorie „Komfort – Komponenten“. Diehl Aircabin aus Deutschland reduziert mit ihren Membran-Deckenpaneelen sowohl unerwünschten Luftzug als auch den Lärmpegel und sorgt für eine stimmungsvolle Beleuchtung. MERU aus England hat einen flexiblen Sitz für
schwerbehinderte Kinder entwickelt. Und von Zodiac aus den USA kommen Gepäckfächer, in denen Passagiere ihre Handgepäck-Trolleys aufrecht stellen können.

In der Kategorie „Komfort – Systeme“ ist Zodiac erneut vertreten, und zwar die deutsche Abteilung Zodiac Premium Galleys mit einem modularen Küchenkonzept, durch das weniger Nutzfläche beansprucht wird. Konkurrenz bekommt sie von den US-amerikanischen Unternehmen ROW 44 und Thales. ROW 44 macht es möglich, im Flugzeug LIVE-TV zu schauen. Und Thales bereichert mit einem speziellen Inflight-Entertainment-System das Flugerlebnis - der Fluggast kann mit Augen- und Handbewegungen das Unterhaltungsprogramm steuern.

Auf eine Trophäe in der Kategorie „Grüne Kabine, Gesundheit, Sicherheit & Umwelt“ dürfen Avia Technique aus England, Boeing aus den USA und RECARO aus Deutschland hoffen. Avia Technique hat ein tragbares Sauerstoffgerät auf den Markt gebracht, das leicht zu bedienen ist. Boeing macht durch den Insulated Galley Cart die bordeigenen Kühlanlagen überflüssig, denn die Trolleys halten die Ware vom Caterer bis zum Flugzeug und während des gesamten Fluges kühl. RECARO hat ein Verfahren entwickelt, mit dem die Ökobilanz eines Sitzes während des gesamten Lebenszyklus analysiert und bewertet werden kann.

Vielversprechende Innovationen sind ebenfalls in der Kategorie „Material & technische Komponenten“ im Finale. Diehl Aircabin aus Deutschland ist für ihr iPanel für integrierte Elektronik nominiert. Lufthansa Technik hat ihr nichtelektrisches Wegmarkierungssystem um ColourCurve erweitert, die Führung zu den Notausgängen kann jetzt zum Beispiel in jeder gewünschten Linie verlaufen und sich jeder Inneneinrichtung anpassen. Rogers Corporation aus den USA bietet dem Fluggast durch flachere und langlebigere Kissen aus Silikonschaumstoff anhaltend höchsten Komfort.

Zu guter Letzt wird in diesem Jahr wieder eine Trophäe in der Kategorie „Universität“ verliehen. Und nicht nur das: Dem Gewinner winkt auch ein Preisgeld von 3.000 Euro. Darauf hoffen dürfen Studierende der TU Delft aus den Niederlanden sowie Studierende der deutschen Universitäten TU Dresden und HAW Hamburg. Für Ordnung sorgen die Niederländer mit dem praktischen Klapptisch-Schränkchen, in das der Passagier seine persönlichen Dinge wie PC, Telefon, Geldbörse verstauen kann. Das Kabinenkonzept aus Dresden ersetzt beim Fliegen der Zukunft alle schweren Bauteile durch intelligente, bewegliche Materialien, wandelt Licht und Schwingungen in Energie um und stattet Seitenwände mit 3D-Displays aus. Die HAW Hamburg schafft im Waschraum mehr Platz. Der neuartige Toilettensitz kommt vor allem beleibteren Passagieren, aber auch Rollstuhlfahrern zugute.

Alle Produkte und Konzepte der Finalisten werden auf der Aircraft Interiors Expo in Hamburg in der Crystal Cabin Award Galerie (6E99) präsentiert. Hier werden auch am zweiten Messetag (10. April, um 11 Uhr) die Gewinner der Öffentlichkeit vorgestellt.
Die offizielle Siegerehrung und Übergabe der Trophäen findet am Abend zuvor bei einem feierlichen Dinner statt.

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flugrevue.de/Matthias Gründer



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