15.05.2017
Erschienen in: 05/ 2017 FLUG REVUE

Helis und DrohnenForschung bei Airbus Helicopters

Aktuelle Modelle verbessern, neue Technologien zur Serienreife bringen und ganz neue Konzepte testen – der Forschungs- und Entwicklungsbereich bei Airbus Helicopters hat alle Hände voll zu tun.

fr 05-2017 Airbus Helicopters Forschung (01)

Statt des Kipp­rotors bevorzugt Airbus Helicopters Hochgeschwindigkeitsentwürfe mit Flügel und Propeller. Foto und Copyright: Airbus Helicopters  

 

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Mehr Sicherheit, größere Kundenzufriedenheit und bessere Wettbewerbsfähigkeit sind die Anforderungen, die Tomasz Krysinski als Verantwortlicher für Forschung und Innovation im Auge hat, wenn er mit seinen Teams über die Schwerpunkte der Arbeit bei Airbus Helicopters spricht. Das gilt nicht nur für futuristische Konzepte, sondern ganz konkret und kurzfristig auch für die Verbesserung von vorhandenen Hubschraubern. Dabei geht es auch um vermeintliche Kleinigkeiten wie Antriebswellen zum Heckrotor, bei denen man durch Anschweißen des Anschlussflansches die Kosten senken könnte, oder die weitere Integration von Verbundwerkstoff-Teilen wie der Fenestron-Ummantelung.

Mit Demonstrator-Hubschraubern wie dem Bluecopter oder der H120 mit Dieselmotor geht Airbus Helicopters da-ran, das Potenzial interessanter neuer Technologien zu überprüfen, die mittelfristig zur Serienreife gebracht werden könnten. Hier geht es vor allem darum, den Drehflügler noch umweltverträglicher zu machen.

Als langfristige Perspektive nimmt der Hersteller die Entwicklung eines Hochgeschwindigkeitshubschraubers ins Visier, der auch für zivile Betreiber attraktiv ist. Den Rahmen für dieses ehrgeizige Programm bietet die EU-Forschungsagenda Clean Sky 2, von der auch Leonardo Helicopters profitiert. Während die Italiener weiter auf den Kipprotor setzen, glaubt Airbus Helicopters mit der bereits im X3-Projekt getesteten Verbundhubschrauber-Konfiguration die einfachere und wirtschaftlichere Option zu haben. „Höhere Geschwindigkeiten müssen geringere Kosten bieten“, so das Credo von Krysinski. Bei einer Reisegeschwindigkeit von 335 km/h soll der Airbus-Entwurf 15 Prozent weniger Kraftstoff pro Kilometer verbrauchen als ein konventioneller Hubschrauber, der nur mit 240 km/h fliegt.

Den Clean-Sky-Demonstrator hat Airbus Helicopters von Grund auf neu entworfen, was gegenüber dem Testträger X3 eine Optimierung aller Komponenten ermöglicht. Der Hauptrotorkopf wird zum Beispiel hinsichtlich Widerstand und Wartbarkeit weiter verbessert. Das Hauptgetriebe soll vereinfacht und damit leichter werden. Für den Antrieb sind zwei RTM322 vorgesehen, wobei man auch die Abschaltung eines Triebwerks im Reiseflug untersuchen will. Für schnelle Starts wird ein Hochvolt-DC-System eingerüstet.
Die beiden an Auslegern montierten Propeller für den Vortrieb im Horizontalflug und für die Kontrolle um die Hochachse im Schwebeflug werden aus Holz gefertigt. Ihre Steuerung ist in ein mechanisches Kontrollsystem eingebunden, das einige intelligente Funktionen erhalten soll, ohne dass man es gleich mit der Komplexität einer Fly-by-Wire-Flugsteuerung zu tun hat. Die Zelle wird aus einem Mix von Metall und Verbundwerkstoffen bestehen. Insgesamt geht es darum, die Geschwindigkeit um 50 Prozent zu erhöhen bei Kosten, die pro Kilometer etwa ein Viertel niedriger liegen als bei einem normalen Hubschrauber.


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Karl Schwarz


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