06.08.2013
FLUG REVUE

Kann man „Luftlöcher“ rechtzeitig erkennen?

Viele Fluggäste kennen das Phänomen: Das Flugzeug befindet sich im ruhigen Reiseflug, doch unvermittelt schüttelt eine Turbulenz die Maschine durch, landläufig auch als „Luftloch“ bezeichnet. Für Passagiere und Besatzung in der Kabine bedeutet das eine erhöhte Sturz- und Unfallgefahr.

Der tatsächliche Grund für die unangenehme Änderung der Flughöhe ist eine sogenannte „clear air turbulence“, die unabhängig von Bewölkung auftritt, nicht sichtbar und nicht genau vorhersagbar ist. In der Atmosphärenforschung gibt es zudem Hinweise darauf, dass diese Turbulenzen aufgrund des Klimawandels künftig verstärkt auftreten und den Luftverkehr weiter belasten werden. Eine Methode zur Erkennung der Turbulenzen wurde nun erstmals im Rahmen des europäischen Verbundprojekts DELICAT (Demonstration of LIDAR based Clear Air Turbulence detection) entwickelt. Die Technologie wird aktuell vom DLR)gemeinsam mit Projektpartnern erprobt. Die aktuelle Messflugkampagne findet bis Ende August statt. Dafür ist das Forschungsflugzeug PH-LAB des niederländischen Partners National Aerospace Laboratory im Einsatz, eine modifizierte Cessna Citation.

Forscher am Institut für Physik der Atmosphäre haben dafür ein laserbasiertes Messgerät entwickelt. Das LIDAR-Instrument (Light Detecting and Ranging) wird am Flugzeug angebracht und sendet in Flugrichtung kurzwellige UV-Laserstrahlen. Aus dem gemessenen Rückstreuwert der Luftmoleküle wird die Luftdichte bestimmt. Schwankungen geben dann Aufschluss über dort herrschende Turbulenzen. Die indirekt gewonnenen Informationen ermöglichen eine spezifische Analyse der Luft des zu durchfliegenden Bereichs, wodurch werden „clear air turbulences“ für die kommende Strecke im Voraus sichtbar werden.

DELICAT ist ein von der Europäischen Union gefördertes Verbundprojekt. Es wurde 2009 gestartet und endet im März 2014. Insgesamt zwölf Partner aus sieben EU-Ländern sind an dem Verbundprojekt beteiligt. Das Projekt wird ermöglicht durch das Siebente Rahmenprogramm der Europäischen Kommission (FP7/2007-2013) unter Grant-Agreement Nr. 233801.

Mehr zum Thema:
flugrevue.de/Matthias Gründer



  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 12/2016

FLUG REVUE
12/2016
07.11.2016

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Neue Junkers F 13 fliegt
- Dreiteilung airberlin
- Flughafen Lyon
- Erprobung Pilatus PC-24
- Wonsan Air Festival
- Brennstoffzellen im Alltagstest
- Extra Raumfahrt

aerokurier iPad-App