11.03.2013
FLUG REVUE

Liebherr nimmt Titan-Bearbeitungszentrum in Betrieb

Die Liebherr-Aerospace Lindenberg GmbH hat kürzlich in Lindenberg (Allgäu) ein neues Zentrum für die Bearbeitung von Titanteilen in Betrieb genommen.

Liebherr nimmt Titan-Bearbeitungszentrum in Betrieb

Rund 2,7 Millionen Euro hat das Unternehmen in das neue Titan-Bearbeitungszentrum investiert. © Liebherr  

 

Auf einer Fläche von mehr als 260 Quadratmetern werden dort Hydraulikventilblöcke für den Electric Back-up Hydraulic Actuator (EBHA) des A380-Programms sowie Gehäuse der Filterpaketeinheiten für den Eurofighter zerspant. Zudem sollen in Zukunft Komponenten für neue Programme gefertigt werden. Zu der Anlage gehören ein Regalmagazin mit 80 Paletten sowie ein externes Werkzeugspeicher- und Verteilsystem für 700 Werkzeuge. Das Investitionsvolumen beläuft sich insgesamt auf rund 2,7 Millionen Euro.

Titan wird wegen seines geringen Gewichts, seiner hohen Festigkeit und Hitzebeständigkeit bevorzugt in der Luft- und Raumfahrtindustrie verwendet, unter anderem für Flugzeugstruktur-Bauteile, die Temperaturen von mehr als 130 Grad Celsius und hohe Hydraulikdrücke aushalten müssen; der Hydrauliksystemdruck der A380 beträgt beispielsweise 5.000 psi oder 345 bar. Erschwert wird die Fertigung von Titankomponenten jedoch nicht nur dadurch, dass der Werkstoff schwer zerspanbar ist, sondern auch wegen der komplexen Geometrie der Hydraulikventilblöcke.

Die Technologie-Auslegung hat Liebherr-Aerospace daher in einem dreijährigen Luftfahrtforschungsprojekt im Verbund mit dem Lehrstuhl für Technologie der Fertigungsverfahren am Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH Aachen erarbeitet. Bei der Automatisierung des Bearbeitungszentrums konnte das Unternehmen auf Kompetenzen innerhalb der Firmengruppe Liebherr zurückgreifen: Die Liebherr-Verzahntechnik GmbH in Kempten (Deutschland) hat nicht nur das externe Werkzeugspeicher- und Verteilsystem entwickelt, sondern auch das Palettenhandlingsystem gefertigt, das unter anderem die Versorgung der Maschinen mit Werkstücken ermöglicht.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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