20.09.2015
Erschienen in: 01/ 2014 FLUG REVUE

Verwerten statt VerschrottenLufthansa Technik schlachtet Flugzeuge für Ersatzteile aus

Einige Komponenten und Systeme von ausgedienten Flugzeugen sind viel zu wertvoll, um sie zu verschrotten. Lufthansa Technik (LHT) schickt ausgediente Flugzeuge deshalb ins Programm „2nd Life“.

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Die alte Dame hat genug geleistet. Am 4. Mai 1990 war die Boeing 747-430 mit dem Kennzeichen D-ABVE und dem Taufnamen „Potsdam“ bei der Lufthansa in Dienst gestellt worden. Während ihres Flugzeuglebens hat sie 14 000 Flugzyklen absolviert und war dabei 117 000 Stunden in der Luft; 1 229 000 Kilometer legte sie rund um die Welt zurück und brachte 4 200 000 Passagiere sicher an ihre Zielorte. Nun ist die Zeit für den Ruhestand gekommen, obwohl sie eigentlich noch in einem Top-Zustand ist. Jedoch wurde sie wegen des erhöhten Wartungsaufwandes langsam zu teuer, und in Gestalt der Boeing 747-8 ist auch schon die Ablösung gekommen.

Anstatt eines Weiterverkaufs der 747 hat die Lufthansa Technik AG ein internes Verwertungskonzept entwickelt. Dieses wird gemeinsam mit dem Tochterunternehmen Lufthansa Technik Component Services (LTCS) aus Tulsa, Oklahoma, das im Kerngeschäft eigentlich auf die Reparatur und Wartung von Flugzeugkomponenten spezialisiert ist, umgesetzt. Am 15. Oktober 2013 nahmen die dortigen Spezialisten den betagten Jumbo in Empfang, um ihn für die Wiederverwertung von Groß- und Kleinbauteilen zu zerlegen. Dabei handelt es sich zwar um die erste 747, aber schon um das 25. Flugzeug insgesamt, das hier im Rahmen des Programms „2nd life“ praktisch als „Organspender“ für andere Luftfahrzeuge dient, die noch in der Luft unterwegs sind.

Seit dem Frühjahr 2012 hat die Lufthansa Technik AG gemeinsam mit ihrer Tochtergesellschaft LTCS bereits 24 altgediente Boeing 737 der Lufthansa-Flotte erworben, um deren Bauteile nach intensiver Prüfung in der Instandhaltung und zur Versorgung des Kundenbedarfs weiter zu nutzen. Doch halt: Wieso „erworben“? „Weil die Lufthansa und LHT zwei eigenständige Unternehmen sind“, erläutert Dirk Ripa, CEO und Präsident von LTCS. Deshalb hat LHT die Maschinen zur Ersatzteilgewinnung gekauft.

Der Grund dafür ist einfach: „Wir haben die Maschinen über all die Jahre gewartet und repariert und wissen deshalb, dass die brauchbaren Teile für das zweite Leben in sehr gutem Zustand sind“, sagt Hans Bernd „Hansi“ Schmidt, einer der Initiatoren des Projekts. Also ist es sinnvoller, funktionierende Teile aus Flugzeugen auszubauen, als langwierige und teure Reparaturen zu initiieren. Davon wiederum profitiert die Lufthansa, weil die Passage die größte 737-Flotte unter allen LHT-Kunden betreibt.


WEITER ZU SEITE 2: In acht Wochen soll die Boeing 747 komplett zerlegt sein

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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