01.05.2015
Erschienen in: 11/ 2013 FLUG REVUE

In besten HändenLufthansa Technik - Neue Muster in der Flugzeuginstandhaltung

Dass bei LHT auch Flugzeugtypen betreut werden, welche gar nicht bei der Muttergesellschaft fliegen, ist weithin nicht bekannt. In Hamburg erfuhr FLUG REVUE im November 2013 die Hintergründe.

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Tatsächlich haben die LHT-Experten in früheren Jahren an den einzelnen Standorten zwar auch Flugzeuge anderer Airlines betreut, doch waren das immer Typen, welche auch von der Muttergesellschaft eingesetzt wurden. Inzwischen jedoch gehen sie durchaus auch „fremd“ und haben sich zusätzlich auf die Boeing 737NG oder die 787 spezialisiert. Dabei muss man den Begriff „Betreuung“ näher definieren: „Nicht in jedem Falle führen wir Reparaturen oder gar D-Checks durch, bei denen praktisch das komplette Flugzeug auseinandergenommen wird“, erläutert Marc Homann, Leiter des Produktvertriebs der Region West bei LHT. „Reparaturen an der Zelle des Dreamliners beispielsweise sind nicht unser Metier, aber die Komponentenversorgung schon.“

Unter diesen Komponenten allerdings findet man Teile von Triebwerken oder Fahrwerken, Cockpitinstrumente und Hunderte weiterer Artikel, die im Laufe des täglichen Flugbetriebs ausfallen können und im Interesse der Flugsicherheit schnellstens ausgetauscht werden müssen. „Darin liegt unsere Stärke“, ergänzt Reinhardt Ollesch, zuständiger Produktmanager, „denn der Kunde übergibt uns das defekte Teil und bekommt von uns ein neues oder repariertes, wobei ein Eigentümerwechsel stattfindet.“ Also nicht etwa Weiterfliegen mit Leihgeräten für die Dauer der Reparatur, sondern zuverlässiger Austausch – bis zum nächsten Defekt.

Dabei steigen die Spezialisten bei LHT in alle Muster ein, die Geschäfte versprechen, also auch beispielsweise in die CSeries über die Tochterfirma Swiss, die E-Jets von Embraer oder Bombardiers Q400. Selbstverständlich bereiten sie sich auch langfristig auf die Einführung neuer Muster bei der Lufthansa vor, wie zum Beispiel vor einiger Zeit die A380 und jetzt die A350.

„Nach der Prüfung der Wirtschaftlichkeit der Arbeit an einem neuen Muster oder nach der Entscheidung der Lufthansa für ein solches in ihrer eigenen Flotte beginnen wir drei bis vier Jahre vor der Indienststellung mit den Vorbereitungen“, schildert Marc Homann das Verfahren. „Als erstes ermitteln wir die Akquisemöglichkeiten und die Kostenbasis sowie die Reparaturkapazitäten im eigenen Haus.“ Vor allem aber werden Referenzen von anderen Flugzeugtypen geprüft, denn wenn auch das Muster neu ist, so trifft das noch lange nicht auf alle Bauteile zu. Nur etwa 20 Prozent der Geräte und Komponenten sind Neuentwicklungen, und selbst die basieren auf bekannten Vorgängern.


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