29.07.2013
FLUG REVUE

Pratt & Whitney Canada feiert 50 Jahre PT6

Mit mehr als 52.000 gefertigten Triebwerken ist das PT6 einer der erfolgreichsten Luftfahrtantriebe überhaupt. Die weltweite Flotte hat 390 Millionen Flugstunden absolviert. Das entspricht 250.000 Mal der Strecke zum Mond und zurück.

Rekordverdächtig ist auch die Zahl der Anwendungen: Mehr als 130 verschiedene Flugzeuge und Hubschrauber fliegen mit dem PT6. Der Leistungsbereich erstreckt sich von rund 370 bis 1500 Kilowatt. Über 7200 Betreiber in mehr als 180 Ländern verfügen über das PT6. "Das PT6-Triebwerk hat eine integrale Rolle beim Aufbau von Pratt & Whitney Canada als globales Unternehmen und führende Firma bei der Entwicklung, Produktion und Instandsetzung von Luftfahrttriebwerken gespielt. Wir sind sehr stolz darauf, wie sich das PT6 entwickelt hat. Wir haben neue Technologien in jede Version des Antriebs eingebracht. Damit sind die heutigen Aggregate leichter, stärker und sparsamer", sagt Denis Parisien, Vice President General Aviation bei Pratt & Whitney Canada.

Die Geschichte des PT6 begann Ende der 50er Jahre. Damals war Canadian Pratt & Whitney (wie die Firma früher hieß) noch mit dem Wasp-Kolbenmotor ausgelastet, der aus dem Jahr 1925 stammte. Ein Nachfolger musste her, so dass man eine Bank in Montreal nach einem Kredit für die Entwicklung eines neuen Turboprop fragte. Das Finanzinstitut lehnte ab, da der erwartete Markt zunächst nur ganze sechs Triebwerke betrug! Trotzdem begannen die Ingenieure mit der Entwicklung. Das erste PT6 lief im November 1959, blieb aber hinter den Erwartungen zurück. Abhilfe schuf das überarbeitete PT6A, das im Mai 1961 im Flug an einer Beech 18 erprobt wurde.

Das erste PT6 lieferte Pratt & Whitney Canada dann im Dezember 1963 an Beech. Es kam am Model 87, der späteren King Air, zum Einsatz. Zahlreiche weitere Versionen des PT6 folgten. Schon in den 60er Jahren entwickelten die Kanadier Varianten als Wellenleistungstriebwerke für Hubschrauber. Eine Ableitung ohne die zweite Getriebestufe kam sogar als Hilfsgasturbine beim Airliner Lockheed L-1011 TriStar zum Einsatz. Im Vergleich zum ersten PT6A liefern die heutigen Aggregate bis zu vier Mal mehr Leistung. Das Leistungs-Gewichts-Verhältnis ist um 40 Prozent besser, während der Treibstoffverbrauch um 20 Prozent gesunken ist.

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www.flugrevue.de/Patrick Hoeveler


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