10.08.2013
FLUG REVUE

Sprit sparen mit Insektenschutz

Die Windschutzscheibe voller Insektenreste - eine bekannte, lästige Erfahrung auf sommerlichen Straßen. Auf der Runway am Flugplatz ist es nicht anders: An warmen Tagen kollidieren manchmal ganze Insektenschwärme mit startenden und landenden Flugzeugen.

Wie solche Verunreinigungen die Umströmung neuartiger Tragflächen stören und damit anvisierte Treibstoffeinsparungen gefährden, untersuchen Forscher des DLR gemeinsam mit Airbus. Extrem tiefe Flüge des größten DLR-Forschungsflugzeugs ATRA über den Flugplatz Magdeburg-Cochstedt zeigten den Strömungsexperten, wie die kleinen Flügeltiere den Flugverkehr beeinflussen. Das Ziel sind zukünftige Hightechflügel mit Insektenschutz. Im Bereich der Laminartechnologie werden moderne Kohlefaser-Tragflächen erforscht. Die Flügel der Zukunft werden für die Reduzierung des Reibungswiderstandes besonders glatte Oberflächen besitzen müssen, damit ein deutlich geringerer Widerstand erzielt werden kann. Glatte Tragflächen bewirken eine Verlängerung der widerstandsarmen laminaren Laufstrecke der umströmenden Luft, die sogenannte Laminarhaltung.

Künftig sollen besondere vordere Klappen, die bei Start- und Landung zur Steigerung des Auftriebs ausgefahren werden, die Flügel zusätzlich vor Insektenverschmutzung schützen. In etwa 15 Metern über Grund fliegend war es das Ziel, in möglichst kurzer Zeit den im Alltag eigentlich unerwünschten Insektenbefall in typischen Start- und Landekonfigurationen gezielt herbeizuführen. Bis zu 30 solcher Tiefflüge mit anschließendem Durchstarten absolvierten die Testpiloten des DLR an einem Tag über dem Flughafen Magdeburg-Cochstedt. An insgesamt vier speziell nach dem zu erwartenden Insektenaufkommen ausgewählten Tagen zwischen dem 23. Juli und 6. August fanden die Versuchsflüge statt.

"Die vielen tiefen Überflüge geben uns ein gutes Bild, an welchen Stellen die Insekten am Flugzeug anhaften", sagt Dominic Fabian Gloß vom DLR-Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik. Auf einer Reihe von Klebefolien haben Gloß und seine Kollegen die Insekten eingefangen und speisen nun ihre Computermodelle mit den Insektenmustern. "Die Ergebnisse nutzen wir im Rechner für zukünftige aerodynamische Tragflächen-Entwürfe zur Weiterentwicklung der Laminartechnologie."

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flugrevue.de/Matthias Gründer



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