01.11.2013
FLUG REVUE

Kooperation Condor-DLR am Flughafen FrankfurtSteile Anflüge für weniger Lärm

Im Auftrag des Forums Flughafen und Region fanden am Frankfurter Flughafen Versuchsflüge mit einer Boeing 767-300 der Condor statt. In einem steileren Endanflug wurden Wohngebiete in größerer Höhe überflogen. So soll es am Boden leiser werden.

condor-versuchsflugzeug

Die Boeing 767-300 D-ABUZ der Condor während der Messkampagne in FRA. © DLR  

 

Die Ergebnisse der Flugtests wurden nun vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt auf der Konferenz für aktiven Schallschutz ICANA 2013 vorgestellt. Der Trend ist eindeutig: Gemeinden, die mehr als zehn Kilometer von der Landebahn entfernt liegen, können dank des neuen Anflugverfahrens mit weniger Lärm rechnen. In 33 Kilometern Entfernung (Messpunkt Appenheim) war der ermittelte Maximalpegel sogar bis zu sechs Dezibel niedriger. Für präzise, über längere Zeiträume gemittelte Zahlenwerte, sind allerdings weitere Versuchsflüge erforderlich.

„Steeper Approaches“ bezeichnet ein neues Landeverfahren, bei dem das Flugzeug länger als bisher in 2.400 Metern Höhe verbleibt und sich anschließend in einem etwas steileren Sinkflug von 4,49 Grad (bisher 3 Grad) der Landebahn nähert. Ab einer Höhe von etwa 600 Metern geht der Pilot in das gewöhnliche Landeverfahren über, bei der er in einem Winkel von drei oder 3,2 Grad dem Gleitpfad des Instrumentenlandesystems (ILS) folgt. In der Übergangsphase fährt dann das Fahrwerk aus. Bereits bei ersten Tests im Flugsimulator wie bei den Versuchsflügen zeigte sich: Das neue Anflugverfahren ist fliegerisch absolut sicher. Dank des später einsetzenden Sinkfluges werden Wohngebiete bis zu 915 Meter höher als gewöhnlich überflogen; in entfernteren Bereichen bei etwa 33 Kilometern vor dem Aufsetzen wurden bis zu sechs Dezibel weniger Lärm gemessen.

Im Auftrag des Forums Flughafen und Region entwickelte das DLR das neue Anflugverfahren in Zusammenarbeit mit erfahrenen Piloten von Condor, Lufthansa und TuiFly. In Flugsimulatoren der Gesellschaften wurde das Verfahren auf allen in FRA gängigen Flugzeugtypen und bei allen denkbaren Wetterverhältnissen getestet. Auch „normale“ Crews, die nicht an der Entwicklung beteiligt waren, erprobten den steileren Anflug.

Im Anschluss erfolgte mit der Unterstützung von Condor die reale Erprobung in der Luft mit Anflügen auf die Nordwestlandebahn des Frankfurter Flughafens. Intensiv betreute die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH die Versuchsflüge mit extra eingewiesenen Lotsen. Am Boden standen sieben Fluglärm-Messstationen von Fraport AG und Umwelthaus für die Lärm-Messungen bereit.

Die FLUG REVUE war bei den Tests dabei und bringt im nächsten Heft (12/2013, ab 11. November am Kiosk) einen ausführlichen Bericht!

flugrevue.de/Matthias Gründer


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