11.08.2016
FLUG REVUE

Akustik-Labor des ZAL in HamburgAirbus forscht für leisere Kabinen

In der neuen Akustikkammer des Zentrums für angewandte Luftfahrtforschung (ZAL) in Hamburg können erstmals Kabinengeräusche und Vibrationen an einem Rumpfsegment in Originalgröße untersucht werden.

Akustikkammer ZAL TechCenter Hamburg

Martin Wandel und Henning Scheel (v. l.) leiten die Airbus-Forschung in der Akustikkammer des ZAL in Hamburg. Foto und Copyright: Airbus/Bengt Lange  

 

Mit der Akustikkammer im TechCenter des ZAL in Hamburg-Finkenwerder steht Airbus eine neue Möglichkeit zur Verfügung, Fluggeräusche in der Kabine zu erforschen - und das an einem kompletten, vereinfachten Rumpfstück eines A320. Bislang konnten nur einzelne Komponenten untersucht oder mussten aufwändige Flugtests durchgeführt werden. Die Akustikkammer in Hamburg bezeichnet Airbus in einer Pressemitteilung als "Durchbruch in der Geräuschprüfung".

Das 8,5 Meter lange Rumpfstück ist umgegeben von 128 individuell steuerbaren Lautsprechern. Durch diesen Aufbau können Triebwerksgeräusche von aktuellen und künftigen Antriebskonzepten nachgeahmt werden. "Das erlaubt uns die Untersuchung neuer Maßnahmen zur Lärmreduzierung in der Kabine und macht teure Flugtests überflüssig", sagt Henning Scheel, der zusammen mit Martin Wandel die Airbus-Forschung in der ZAL-Akustikkammer leitet. Zudem ermögliche die Akustikkammer Vergleiche zwischen Simulationsmodellen und Wirklichkeit.

Die Airbus-Forscher können im Akustiklabor untersuchen, wo Geräusche in der Kabine auftreten und wie sie übertragen werden. Zur Verminderung von Hintergrundgeräuschen werden kleinere Strukturmodifikationen durchgeführt, beispielsweise verschiedene Isolierungen oder neue Materialien wie eingebettete Vibrationsdämpfer ausprobiert, die Geräusche eines spezifischen Frequenzbereichs absorbieren. "Wir werden den Entwicklungszyklus für neue Produkte mithilfe dieses Demonstrators deutlich reduzieren können", sagt Martin Wandel.

Die Akustikkammer bietet Platz für Rumpfstücke mit bis zu acht Metern Höhe und 15 Metern Länge und ist damit auch geeignet für Untersuchungen an Airbus-Großraumjets wie A350 XWB und A330. Zunächst wird aber der A320-Demonstrator eingehend getestet, bevor repräsentative Kabineneinrichtung eingebaut wird. Auch Tests mit Passagieren sind geplant.

Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Ulrike Ebner


Weitere interessante Inhalte
Getriebefan hat noch Kinderkrankheiten Spirit parkt neue A320neo

10.04.2017 - Die Niedrigpreisfluggesellschaft Spirit musste mehrere ihrer fabrikneuen A320neo nach Triebwerksproblemen aus dem Dienst nehmen. … weiter

Fünf neue Sommerverbindungen Eurowings baut Mallorca-Angebot aus

10.04.2017 - Die Niedrigpreistochter der Lufthansa fliegt im Sommer von mehreren deutschen Flughäfen nach Palma. Am Flughafen von Palma soll auch eine Eurowings-Basis entstehen. … weiter

Airliner im Geschäftsreiseeinsatz Airbus Corporate Jets gründet "Easystart"

10.04.2017 - Unter dem Projektnamen "Easystart" bündelt Airbus alle Service- und Beratungsdienste für Kunden der hauseigenen ACJ-Geschäftsreisejets. … weiter

Airbus Customer Definition Center wächst Airbus erweitert Hamburger Kabinenzentrum

03.04.2017 - Das bisher für Kunden der A350 genutzte Kabineneinrichtungszentrum von Airbus in Hamburg wird erweitert und künftig auch Kunden der Airbus-Programme A320 und A330 beraten. … weiter

Lufthansa Technik airberlin-Flugzeuge erhalten Eurowings-Kabinen

03.04.2017 - Lufthansa Technik übernimmt für 33 Flugzeuge von airberlin, die für Eurowings im Einsatz sind, Ingenieursdienstleistungen zur Anpassung der Kabine. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 05/2017

FLUG REVUE
05/2017
10.04.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


Boeing 737 wird 50
Boeing 787-10 fliegt
Rafale in Jordanien
DC-3 in Kolumbien
Flughafen Paris Charles de Gaulle
Triebwerksforschung

aerokurier iPad-App