26.02.2016
FLUG REVUE

Spezialtransporter Beluga XLAirbus-Konstruktionsmodell verbindet digitale und reale Daten

Für die Konstruktion der Beluga XL hat Airbus erstmals das vorhandene A330-Digitalmodell mit abgescannten Daten der Systeme einer realen A330 ergänzt. Die neue Technik könnte auch für andere Programme genutzt werden.

Airbus Beluga XL Digital Mock up

Das digitale Konstruktionsmodell der Beluga XL nutzt vorhandene Daten aus dem A330-Programm und verknüpft diese mit 3D-Laserscans der Systeminstallation aus realen Flugzeugen. Foto und Copyright: Airbus  

 

Für die derzeit laufende Konstruktion der ab 2019 eingesetzten fünf neuen Airbus-Spezialtransporter "Beluga XL" benötigte Airbus ein digitales Konstruktionsmodell (Digital Mock-up, DMU) des Ausgangsmusters A330. Dessen vorhandenes, älteres Digitalmodell umfasst jedoch nur die reinen Strukturdaten und keine Angaben zu den installierten Systemen, die man heute ebenfalls benötigt. 

Um die Einbauorte der Systeme und den Verlauf von Kabeln und Leitungen in Schlüsselbereichen zu erfassen, nutzte Airbus nun ergänzend einen 3D-Laser-Scanner, der eine reale A330 in hochdetaillierten, 360-Grad-Bildern dreidimensional erfasste. Da die entstehenden Datenmengen zu groß für die Weiterverarbeitung in herkömmlicher Konstruktionssoftware wurden, überlagerte Airbus diese zusätzlichen Bilder in einem originalgroßen "Virtual-Reality"-Raum lediglich mit einem 3D-Bild aus dem vorhandenen Digitalmodell. Die Ingenieure können dort direkt sehen und bewerten, ob sich zum Beispiel zusätzliche Systeme, Leitungen, Kabel etc. mit den vorhandenen Einbauten ins Gehege kommen oder nicht.

Das Arbeiten in der virtuellen Realität klappe wesentlich schneller, als in der konventionellen Konstruktionssoftware, so Airbus. So dauere es vier Stunden, um am herkömmlichen Computer einen Meter Kabelverlauf zu konstruieren. Im virtuellen Computerraum schafft man, laut Airbus, dagegen 20 Meter in nur einer Stunde. Das neue Verfahren biete sich immer dann an, wenn schnell Definitionen geändert werden sollten, oder Änderungsanfragen aus der Konstruktionsabteilung schnell beantwortet werden müssten.

Unterdessen hat Airbus das Datenmanagementprogramm "Reporting Centre", das für die Entwicklung der A350 genutzt wurde, erweitert, um dort künftig zusätzlich die Metadaten aller internen und externen Lieferanten einbinden zu können. Damit sollen alle Daten aus einer Software heraus abrufbar sein. Als nächste Stufe soll auch noch das digitale Mock-up angebunden werden. Airbus will dieses Verfahren konzernweit anwenden.

Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


Weitere interessante Inhalte
Europäische Bestseller Top 10: Die meistgebauten Airbus-Flugzeuge

21.11.2016 - Am 28. Oktober 1972 startete der erste Prototyp des Airbus A300 zu seinem Jungfernflug. Seit dem produzierte der europäische Flugzeugbauer fast 10000 Flugzeuge. Aber welche sind die meistgebauten … weiter

Nur noch A380 und Boeing 777 Emirates stellt letzte A330 und A340 außer Dienst

11.11.2016 - Die Golf-Airline verjüngt ihre Flotte weiter und setzt nun ausschließlich auf Airbus A380 und Boeing 777. … weiter

Nördlichste Airline der Welt Air Greenland im Wandel

09.11.2016 - Air Greenland ist die profitable Lebensader Grönlands, steht aber vor großen Veränderungen. … weiter

Neues Indien-Ziel ab Dezember 2016 Korean Air nimmt Delhi ins Programm

09.11.2016 - Die koreanische Fluggesellschaft Korean Air nimmt ab Dezember das indische Ziel Delhi ins Programm. Die neue Route wird mit dem Airbus A330-200 bedient. … weiter

Endmontage beginnt in einem Monat Beluga liefert erste Beluga XL

07.11.2016 - Bei Airbus in Toulouse ist die erste Hecksektion des künftigen Spezialtransporters Beluga XL eingetroffen. Eine Beluga brachte das auf der A330 basierende Rumpfstück für die erste Beluga XL zur … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 12/2016

FLUG REVUE
12/2016
07.11.2016

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Neue Junkers F 13 fliegt
- Dreiteilung airberlin
- Flughafen Lyon
- Erprobung Pilatus PC-24
- Wonsan Air Festival
- Brennstoffzellen im Alltagstest
- Extra Raumfahrt

aerokurier iPad-App