07.01.2016
FLUG REVUE

Vollautomatische Taxi-Drohne für eine PersonChinesen stellen manntragenden Quadcopter vor

Auf der Computer- und Elektronikmesse CES in Las Vegas hat das chinesische Unternehmen Ehang einen manntragenden Quadcopter vorgestellt.

Drohne Ehang 184

Die chinesische Drohne Ehang 184 soll autonom und vollautomatisch einen Passagier befördern. Der Insasse gibt lediglich sein Ziel auf einem Tablett-Computer im Cockpit ein und die Drohne erledigt den Rest. Foto und Copyright: Ehang  

 

Die auf der CES vom chinesischen Drohnenhersteller Ehang vorgestellte, 2,30 Meter lange, elektrische Drohne "Ehang 184" ( Die Ziffern 1-8-4 der Typenbezeichnung stehen für einen Passagier, acht Motoren und vier Hubarme), soll bei einer Masse von 200 Kilogramm und mit 106 kW Leistung eine bis zu 100 Kilogramm schwere Person autonom befördern können. Acht 1,5 Meter lange Zweiblattrotoren halten die Drohne in der Luft. Die Leistung reicht für 23 Minuten Schwebeflug. Die typische Reisegeschwindigkeit soll bei 100 km/h liegen, die typische Flugstrecke wird mit etwa 15 Kilometern angesetzt. Das automatische Stabilisierungssystem soll auch mit böigem Wind zurechtkommen. Die Akkus können binnen zwei bis vier Stunden wieder nachgeladen werden.

Das durch zwei Flügeltüren zugängliche Cockpit ist bis auf einen Schalensitz und einen 12-Zoll-Tablett-Computer mit 4G-Mobilfunkanschluss innen leer. Der Passagier gibt lediglich auf einer elektronischen Karte seinen gewünschten Zielort ein. Den Rest erledigt die Drohne vollautomatisch. Es gibt keinerlei Steuerorgane für den Insassen der Drohne. Der Bordcomputer soll Hindernissen automatisch ausweichen und bei technischen Störungen über eine etwaige Notlandung entscheiden. Der Passagier kann aber auch im Flug einen Notstopp veranlassen, nach dem die Drohne in einen Schwebeflug geht. Zum platzsparenden Parken können die vier Hubarme der Drohne eingeklappt werden.

Ehang will den künftigen, weltweiten Drohnenbetrieb von einer ständig besetzten Zentrale in China aus überwachen, die Drohnenflüge bei extremen Wetterlagen unterbindet. Wann die erste Drohne startet und wieviel sie kostet, ist noch nicht bekannt. Das Unternehmen will nach der technischen Premiere in den nächsten Monaten mit der Kommerzialisierung beginnen. Außerdem soll mit der US-Luftfahrtbehörde FAA über die möglichen Zulassungsmodalitäten gesprochen werden.

 

 

Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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