01.02.2017
FLUG REVUE

Reduzierung von FluglärmComputersimulation für leisere Flugzeuge

In der Flugzeugentwicklung werden numerische Strömungssimulationen zur Verbesserung der Aerodynamik schon lange eingesetzt. Doch sie können auch zur Verringerung von Fluglärm beitragen.

Aeroakustische Simulation

Mit numerischer Strömungsmechanik können auch Flugzeuggeräusche simuliert werden. Foto und Copyright: Exa Corporation  

 

Abgesehen von den Triebwerken sind Fahrwerk und Klappen eines Flugzeugs die größten Lärmquellen. Windkanaltests zur akustischen Untersuchung eines Flugzeugdesigns sind aufgrund von Kosten und Zeitaufwand allerdings eher selten. Eine Alternative sind weiterentwickelte CFD-Simulationen (Computational Fluid Dynamics), mit denen sich die Luftströmung und damit die Geräusche um ein Flugzeug nachbilden lassen. 

Da die Triebwerkshersteller in den vergangenen Jahren Fortschritte bei der Reduzierung des Triebwerkslärms gemacht haben, liegt der Fokus der Flugzeugdesigner und -ingenieure nun vor allem auf Zelle, Tragwerk, Leitwerk und Fahrwerk. Für eine aeroakustische Simulation muss das gesamte Flugzeug abgebildet werden, damit auch Wechselwirkungen zwischen Fahrwerk, Tragwerk und anderen Komponenten, die Lärm erzeugen, identifiziert werden können. Dabei muss berücksichtigt werden, dass auch kleinste Konstruktionsdetails zum Geräusch beitragen können. Anders als herkömmliche CFD-Simulationen werden Flugzeuge bei aeroakustischen Simulationen nicht im Reiseflug, sondern mit ausgefahrenen Landeklappen und Fahrwerk modelliert.

Eine entsprechende Software, PowerFLOW vom US-Simulationssoftwarehersteller Exa Corporation, wurde bereits von der amerikanischen Aeronautik- und Raumfahrtbehörde NASA eingesetzt. Sie nutzte die aeroakustische Simulation im Rahmen des Programms "Environmentally Responsible Aviation" im Jahr 2015, um Konzepte zur Lärmreduzierung zu untersuchen. Dabei zeigte sich, dass die Simulation eine mit Windkanal- und Flugtests vergleichbare Genauigkeit liefert. Auch der brasilianische Flugzeughersteller Embraer nutzt die Software im Entwicklungsprozess, um sowohl die aerodynamische Leistung zu steigern, als auch den Fluglärm zu reduzieren.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
Ulrike Ebner


Weitere interessante Inhalte
Neues System von Rockwell Collins Überschallknall im Cockpit visualisiert

23.03.2017 - Der US-Avionikhersteller Rockwell Collins hat ein System entwickelt, das Piloten von künftigen Überschallflugzeugen die Lärmauswirkungen am Boden auf einem Display darstellt. … weiter

Luftfahrtfortschung NASA führt Überschall-Testflüge durch

21.03.2017 - Die amerikanische Aeronautik- und Raumfahrtbehörde will mit einer Reihe von Flugtests Technologien untersuchen, die künftige Überschallflugzeuge effizienter machen sollen. … weiter

X-Modelle NASA-Luftfahrtforschung: X-Flugzeuge

13.03.2017 - Schneller, leiser, sparsamer: Mit einer Reihe von X-Flugzeugen will die NASA neuen Öko-Technologien zum Durchbruch verhelfen. Bei der Umsetzung könnten auch Branchenneulinge zum Zuge kommen. … weiter

Concorde-Nachfolger mit vermindertem Überschallknall NASA-Überschallprojekt QueSST: Windkanaltest bis Mach 1.6

27.02.2017 - Rund 70 Jahre nach dem ersten Überschallflug der Bell X-1 gewinnt das Thema Concorde-Nachfolger wieder an Fahrt: Das bei Lockheed Martin entworfene Modell eines künftigen, "leisen" … weiter

Falcon 9 von SpaceX Erster kommerzieller Start vom Launch Complex 39A

20.02.2017 - Am Sonntag ist eine Falcon 9 mit Nachschub für die Internationale Raumstation ISS gestartet. Es war seit langem der erste Raketenstart von der historischen Startrampe 39A des Kennedy Space Centers in … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 04/2017

FLUG REVUE
04/2017
06.03.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


"Neue" MiG-35 vorgestellt
Probleme beim BER
Iran Air erhält Airbus
Wirbelschleppen - die gefährliche Schönheit
SpaceShipTwo wieder im Flugtest
Bombardie-Flaggschiff Global 7000

aerokurier iPad-App