14.08.2015
FLUG REVUE

Venusfliegenfalle als VorbildDLR forscht für bionische Landeklappen

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) arbeitet an einer stufenlos verformbaren Flügelhinterkante, die sich am Vorbild der Venusfliegenfalle orientiert.

dlr-venusfalle-4

Der Landeklappendemonstrator in verschiedenen Stellungen. Foto und Copyright: DLR  

 

Das neuartige System könnte die konventionellen Landeklappen mit ihrer komplizierten Mechanik ersetzen, und somit zur Reduzierung von Lärm und Treibstoffverbrauch beitragen. Dabei orientieren sich die Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in der Natur am Vorbild der Venusfliegenfalle. "Die fleischfressende Dionaea Muscipula muss sehr schnell ihre Fangblätter zusammenklappen können, um ihre fliegende Insektenbeute zu fangen", sagt Benjamin Gramüller vom DLR-Institut für Faserverbundleichtbau und Adaptronik. "Das schafft Sie durch eine Druckänderung in den Blattzellen und einer evolutionär optimierten Geometrie der Blattform. Das Bewegungsprinzip der Pflanze nutzen wir nun für Luftfahrtanwendungen." Die Wissenschaftler arbeiten an einer Flügelhinterkante, die sich stufenlos in beliebige Formen verändern lässt und so einen spaltfreien Übergang zwischen Tragfläche und Klappen ermöglicht. Sie übertrugen die Idee des Zellverbundes, der unter Druck eine gewünschte Form annimmt, auf die Flügelhinterkante.

Zu diesem Zweck erstellte das DLR im Forschungsprojekt PACS (Pressure Actuated Cellular Structures) in Zusammenarbeit mit Airbus Defence and Space einen speziellen, mit Druckluft betätigten Landeklappendemonstrator, der verschiedene aerodynamische Formen für den Reiseflug oder den Landeanflug annehmen kann. Die zwei übereinander angeordneten Kunststoffzellen haben verschiedene Größen, um die Form einer Flügelhinterkante nachzubilden. "Um die Kante anzuheben, geben wir Druckluft in die untere, um sie abzusenken in die obere Zellschicht", sagt Gramüller. "Die Druckluft ist durch das bestehende Druckluftsystem eines Flugzeugs später leicht verfügbar." Mit der neuartigen Flügeltechnologie konnten die DLR-Forscher nach eigener Aussage bereits zeigen, dass sich abhängig von der zugeführten Druckluft die gewünschten Klappenformen für Start und Landung ergeben. Als nächster Schritt steht nun die Erprobung im Windkanal an.

Mehr zum Thema:
flugrevue.de/Patrick Hoeveler


Weitere interessante Inhalte
Deutsche Flugsicherung Assistenzsystem für Fluglotsen

19.09.2017 - Die DFS hat zusammen mit der Gesellschaft für Luftverkehrsinformatik (GLVI) ein Assistenzsystem entwickelt, das Lotsen bei der Überwachung der Flugwege unterstützt. … weiter

Meilenstein wird in Mobile gefeiert Airbus: 1500. Flugzeug in Nordamerika ausgeliefert

19.09.2017 - Mit der Auslieferung einer A321 an American Airlines übergab Airbus sein 1500. Zivilflugzeug in den Dienst einer nordamerikanischen Airline. Damit baut der europäische Hersteller seine Beziehungen zur … weiter

Swiss Gesamtes Kabinenpersonal bekommt Tablets

19.09.2017 - Die Schweizer Fluggesellschaft Swiss stattet alle Flugbegleiter mit persönlichen Tablet-Computern aus. … weiter

KLM Cityhopper Abschied von der Fokker 70 rückt näher

18.09.2017 - KLM Cityhopper mustert ihre Fokker-Flotte zugunsten moderner Regionaljets aus. Ende Oktober fliegen die letzten Fokker 70 im Liniendienst. … weiter

Flugausfälle Ryanair streicht am Wochenende mehr Flüge als erwartet

18.09.2017 - Die irische Low-Cost-Airline Ryanair will ihre Pünktlichkeit verbessern und streicht in den kommenden sechs Wochen bis zu 2100 Flüge. Am Wochenende waren sogar mehr Verbindungen betroffen als … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 10/2017

FLUG REVUE
10/2017
11.09.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


Pleite: Ausverkauf bei airberlin
60 Jahre Sputnik: Der Beginn der Raumfahrt
Ambulanzflugzeug: Business Jets helfen im Notfall
Triebwerke-Extra: Die Kraftpakete der Zukunft
Flughafen Peking: Wachstum ohne Ende

Be a pilot