27.04.2016
FLUG REVUE

Hannover MesseDLR zeigt Brennstoffzellenflieger HY4

Mit HY4 soll im Sommer das erste viersitzige Passagierflugzeug mit Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb zum Erstflug starten. Auf der Hannover Messe präsentiert das DLR ein Modell der Versuchsplattform.

Modell von HY4

Das DLR entwickelt mit Industriepartnern ein Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antriebssystem für das viersitzige Passagierflugzeug HY4. Foto und Copyright: DLR  

 

Ist die Zukunft des Fliegens elektrisch? Zumindest im Regionalverkehr könnten sich elektrisch angetriebene Passagierflugzeuge nach Ansicht des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zu flexiblen und lokal emissionsfreien Alternativen zu Auto und Bahn entwickeln. Aktuell arbeiten DLR-Wissenschaftler mit Partnern aus Industrie und Forschung an der Entwicklung der Versuchsplattform HY4. HY4 soll das weltweit erste viersitzige Passagierflugzeug mit Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb werden, schon im Sommer soll es zum Erstflug starten.

Ein Modell von HY4 zeigt das DLR-Institut für Technische Thermodynamik gemeinsam mit seinen Forschungs- und Entwicklungspartnern Hydrogenics, Pipistrel, H2FLY, der Universität Ulm und dem Flughafen Stuttgart bis zum 29. April auf der Hannover Messe am Gemeinschaftsstand für Wasserstoff, Brennstoffzellen und Batterien (Halle 27, Stand E65).

Der Antriebsstrang der HY4 besteht aus einem Wasserstoffspeicher, einer Niedertemperatur-Wasserstoffbrennstoffzelle und einer Hochleistungsbatterie. Die Brennstoffzelle wandelt die Energie des Treibstoffs Wasserstoff direkt in elektrische Energie um. Als einziges Abfallprodukt entsteht dabei sauberes Wasser. Mit dem so gewonnenen Strom treibt der Elektromotor den Propeller des Flugzeugs an. Wird der für die Brennstoffzelle benötigte Wasserstoff durch Elektrolyse erzeugt, die Strom aus erneuerbaren Energie nutzt, so fliegt die HY4 komplett emissionsfrei.

Antriebsstrang wurde bereits im Labor getestet

In den letzten Monaten hat das DLR-Forscherteam nach eigenen Angaben den Antriebsstrang bereits erfolgreich im Labor getestet. Um abzuheben, muss der Antrieb für den Zeitraum von drei Minuten zuverlässig eine maximale Startleistung erbringen. Diese wurde bereits für mehr als zehn Minuten nachgewiesen. Das Zusammenspiel der Brennstoffzelle mit der Hochleistungsbatterie, die als Puffer und zusätzliches Sicherheitssystem verwendet wird, konnte in vereinfachter Form ebenfalls bereits im Labor nachgewiesen werden. Damit steht der Weg offen, eine erste Version dieses Antriebssystems in das viersitzige Passagierflugzeug HY4 einzubauen.

"Hybride Antriebe versprechen hohe Effizienz bei gleichzeitig niedrigen lokalen Emissionen und könnten unseren Überlegungen nach bald in der Lage sein, Passagiere sicher auf Kurzstrecken zu transportieren. Langfristig sind auch Flugzeuge mit größeren Kapazitäten denkbar", so der DLR-Luftfahrtvorstand Prof. Rolf Henke.

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