13.05.2014
FLUG REVUE

Nach starkem Ergebnis 2013FACC geht an die Börse

Im vergangenen Geschäftsjahr konnte das österreichische Luftfahrtunternehmen FACC aus Ried den Umsatz auf mehr als eine halbe Milliarde Euro steigern. Noch in diesem Jahr ist der Gang an die Börse geplant.

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FACC fertigt unter anderem Landeklappen für den Airbus A321. Foto und Copyright: FACC  

 

FACC steigerte den Jahresumsatz um 112,6 Mio. Euro beziehungsweise 26 Prozent auf 546,5 Mio. € (Vorjahr: 433,9 Mio. €).Das Ergebnis aus der betrieblichen Tätigkeiten vor Zinsen und Steuern (EBIT) erreichte den höchsten Wert in der Unternehmensgeschichte und betrug 42,5 Mio. €, ein Anstieg von 6,8 Mio. € bzw. 19 % im Vergleich zum Vorjahr. Das Konzernergebnis nach Steuern und Zinsen stieg um 37 % von 21,1 Mio. € im Vorjahr auf 28,9 Mio. €. „Mit Innovationskraft und einem starken Team haben wir die für das Geschäftsjahr 2013/14 gesteckten Ziele erreicht und sogar übertroffen“, sagte Walter Stephan, Vorstandsvorsitzender der FACC. „Erfolg wird für FACC aber nicht allein am Wachstum und den Finanzkennzahlen gemessen. Unsere Vision 2020 verfolgt das Ziel, unseren Kunden Spitzenleistungen bei der Entwicklung und Herstellung technologisch hochwertiger Produkte und Dienstleistungen anzubieten sowie die Ertragskraft in den kommenden Jahren weiter zu steigern. Wir wollen immer besser, effizienter, umweltfreundlicher und kundenorientierter werden, von der Entwicklung über die Fertigung bis zum Endprodukt, und so unsere Position als einer der führenden Systemlieferanten weiter ausbauen.“

Im Geschäftsjahr 2013/14 bewegten sich die Produktionsraten in der Luftfahrtindustrie aufgrund der nach wie vor anhaltenden Nachfrage der Airlines nach modernen gewichtsoptimierten Flugzeugen sowie Triebwerken mit gesteigerter Effizienz nach oben. Dementsprechend positiv entwickelten sich die drei Divisionen der FACC. Verantwortlich dafür waren vor allem Steigerungen bei den bestehenden Serienprodukten auf den Flugzeugfamilien Boeing 787 und 737 sowie Airbus A320, A330, A380 und A350 XWB. Den größten Zuwachs verzeichnete FACC in der Division Aerostructures: Der Umsatz legte um 39% von 219,5 Mio. € auf 304,9 Mio. € zu. In der Division Engines & Nacelles stiegen die Umsatzerlöse von 96,2 Mio. € im Vorjahr auf 100,9 Mio. €. In der Division Interiors erhöhte sich der Umsatz um 19% von 118,2 Mio. € auf 140,6 Mio. €.

Die Investitionen der FACC betrugen im Geschäftsjahr 2013/14 100,7 Mio. €. Im Einklang mit dem Umsatzwachstum und den mittel- und langfristigen Strategien wurde gezielt in die Erweiterung bestehender und neuer Werke sowie Fertigungseinrichtungen investiert. Eine wesentliche Investition zur nachhaltigen Stärkung der FACC war der Bau des Technologiezentrums am Standort St. Martin im Innkreis, das als Knotenpunkt der weltweiten F&E-Aktivitäten der FACC dient und hochwertige Arbeitsplätzen für 500 Ingenieure bietet. Angeschlossen an das Technologiezentrum errichtete die FACC zudem das Engineering Test Center, das unter dem Namen CoLT als eigene Gesellschaft (91 % FACC, 9 % Techno-Z Ried) geführt wird. Es handelt sich dabei um eine Einrichtung zur Analyse, Prüfung und Zulassung von Faserverbundmaterialien und –bauteilen. Die Beschäftigtenzahl der FACC stieg im Geschäftsjahr 2013/14 um 586 Mitarbeiter an und betrug zum 28.2.2014 gesamt 2.963 Mitarbeiter (+ 24,7 %). Davon waren 2.633 Mitarbeiter im Inland und 330 Mitarbeiter im Ausland tätig. Im laufenden Geschäftsjahr sollen zusätzlich 150 Mitarbeiter eingestellt werden.

Aus heutiger Sicht geht FACC davon aus, dass sich die Rekordwerte des Vorjahres bei den Auslieferungen von Großflugzeugen – das Duopol Airbus und Boeing verzeichnete 2013 mit 3.150 Flugzeugbestellungen das größte Ordervolumen in der Luftfahrtgeschichte - auch in diesem Jahr nochmals um zumindest 5% erhöhen werden. Dafür verantwortlich sind insbesondere die Ratensteigerungen bei den Single Aisle Flugzeugen. Förderlich sei weiterhin ein Wachstum im Passagieraufkommen von mehr als 4 Prozent weltweit, das allerdings sehr stark auf die Regionen Asien/Pazifik, Mittlerer Osten und Afrika fokussiert sowie von einer hohen Außerdienststellungsrate von bestehenden Flugzeugflotten, die auf die verhältnismäßig hohen Energiepreise zurückzuführen ist, beeinflusst wird.
Für 2014/15 rechnet FACC mit weiterem Wachstum, das sich jedoch bedingt durch Programmverzögerungen auf einem geringeren Niveau bewegen wird. In seinen Planungen für das laufende Geschäftsjahr geht das Unternehmen davon aus, dass der Anstieg bei Umsatz und Ergebnis im einstelligen Prozentbereich liegen wird. Der aktuelle Auftragsstand liegt bei 4 Milliarden €, was einem 5,5-fachen Produktionsvolumen - gemessen am Volumen des Geschäftsjahres 2013/14 - gleichkommt.

Gleichzeitig plant das Unternehmen den Gang an die Börse im Regulierten Markt der Wiener Wertpapierbörse. Emittentin wird die FACC AG (gegenwärtig die Aerospace Innovation Investment GmbH, und die jetzige FACC AG wird künftig unter FACC Operations GmbH firmieren) mit Sitz in Ried im Innkreis (Österreich). Dabei ist beabsichtigt, Aktien aus dem Bestand des derzeitigen Eigentümers, FACC International Company Limited, welcher eine Tochtergesellschaft der Aviation Industry Corporation of China („AVIC“) ist, sowie neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung in Höhe von 150 Mio. Euro zu platzieren. Die Aktien werden an Kleinanleger sowie institutionelle Investoren in Österreich und weltweit im Zuge einer Privatplatzierung ausgegeben. Der Börsengang soll noch 2014, unter Berücksichtigung des aktuellen Marktumfeldes, erfolgen.

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flugrevue.de/Patrick Hoeveler



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