20.12.2016
FLUG REVUE

Wirbelschleppenausweichsystem des DLRGefährliche Wirbelschleppen umfliegen

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat in mehreren Flugversuchen ein Wirbelschleppenwarnsystem getestet.

DLR-Forschungsflugzeug A320 ATRA bei Wirbelschleppentests

An Bord des DLR-Forschungsflugzeugs A320 ATRA wurde ein Wirbelschleppenwarnsystem getestet. Foto und Copyright: DLR  

 

Wirbelschleppen sind gefährlich: Die starken Luftwirbel, die an den Tragflügelspitzen entstehen, können bei nachfolgenden Flugzeuge zu Steuerungsproblemen und im schlimmsten Fall zum Absturz führen. Das DLR hat ein System entwickelt, das die Wirbelschleppen aus Wetterinformationen und den Navigationsdaten des vorausfliegenden Flugzeugs vorhersagen, mögliche Konflikte ermitteln und dazu Ausweichmanöver vorschlagen kann. Es wurde nun in Flugversuchen erprobt, wie das DLR am Dienstag mitteilte.

Insgesamt fünf Flugversuche wurden im November und Dezember mit dem DLR-Forschungsflugzeug A320 ATRA durchgeführt. Die Flüge starteten und landeten am DLR-Standort Braunschweig und führten in den Luftraum über Norddeutschland. Ein Vorläufer des Systems wurde bereits 2014 erprobt.

"Zunächst haben wir mit Hilfe des gleichzeitig fliegenden DLR-Versuchsflugzeugs Falcon erprobt, wie präzise die vorgeschlagenen Ausweichmanöver dessen Wirbelschleppen umgehen", sagt der Projektleiter Tobias Bauer vom DLR-Institut für Flugsystemtechnik. Die von der Falcon empfangenen genauen Informationen über Position, Geschwindigkeit und meteorologische Parameter dienten dabei der Berechnung, wie sich die Wirbelschleppen im Luftraum bewegen.

Als Schnittstelle zum Piloten kommt ein Display zum Einsatz, das die Position der Wirbelschleppe anzeigt und eine alternative Flugbahn mit möglichst geringer Bahnabweichung vorschlägt.

Linienflugzeuge in die Versuche integriert

Wirbelschleppenwarnsystem des DLR

Auf einem Display zeigt das System die Position der Wirbelschleppe und den Vorschlag einer Ausweichsflugbahn. Foto und Copyright: DLR  

 

Die vom DLR-Institut für Physik der Atmosphäre entwickelte Software zur Wirbelprognose berechnet unter Berücksichtigung von Wind, Temperaturverteilung und Turbulenz, wie sich die Wirbelschleppen hinter einem Flugzeug verhalten. Je weniger lokale Wetterdaten dafür bereitstehen, desto schwieriger werde die Berechnung, so das DLR.

"Bei vier von fünf Versuchsflügen haben wir direkt die Wirbelschleppen von Flugzeugen im Linienverkehr angesteuert", sagt Bauer. "Diese senden heute erst einen Teil der benötigten Daten an umgebende Flugzeuge, so dass wir weitreichende Annahmen für die Vorhersage der Wirbelschleppen treffen mussten." Die gesammelten Daten aus dem operationellen Linienverkehr seien daher eine wertvolle Grundlage, um das System weiter zu präzisieren, so das DLR. Die Tests mit der Falcon hätten bereits gezeigt, dass der gewählte Ansatz prinzipiell gute Wirbelprognosen liefert und das Situationsbewusstsein der Piloten schärft.



Weitere interessante Inhalte
CL3710 Avianca bestellt Recaro-Sitze für die Langstrecke

02.06.2017 - Der Hersteller aus Schwäbisch Hall erhält erstmals einen Auftrag einer südamerikanischen Fluggesellschaft für den Economy-Langstreckensitz CL3710. … weiter

Absichtserklärung unterzeichnet Airbus will noch enger mit China zusammenarbeiten

01.06.2017 - Chinesische Zulieferer sollen künftig noch enger in die Airbus-Teileversorgung eingebunden werden. Dies ist nur ein Aspekt der heute in Berlin unterzeichneten Absichtserklärung zu Vertiefung der … weiter

Israel Aerospace Industries TaxiBot Dieselelektronischer Flugzeugschlepper für A320 zugelassen

18.05.2017 - Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat die Zulassung des israelischen Flugzeugschleppers TaxiBot für die A320-Familie erteilt. Die Technik ermöglicht Kerosineinsparungen im … weiter

Erfolgreicher Drehkreuzflughafen in Süddeutschland Lufthansa-Airbus wirbt für Airport München

15.05.2017 - Ein Lufthansa-Airbus A320 würdigt den 25-jährigen Geburtstag des Flughafens München mit einer Sonderlackierung. Für den deutschen Flag-Carrier ist Bayern in dieser Zeit zum zweiten Drehkreuz … weiter

Umwelt easyJet verringert CO2-Emissionen

11.05.2017 - Die britische Niedrigpreis-Fluggesellschaft easyjet hat seit dem Jahr 2000 nach eigenen Angaben ihren Kohlendioxid-Ausstoß pro Passagierkilometer um mehr als 31 Prozent reduziert. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 07/2017

FLUG REVUE
07/2017
12.06.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


COMAC C919 fliegt
Rafale wird weiter modernisiert
Das Cockpit der Zukunft
Griechenland mustert RF-4E Phantom II aus
Air Seychelles fliegt ab Düsseldorf
Patrouille de France auf großer US-Tour

aerokurier iPad-App