24.01.2017
FLUG REVUE

Crystal Cabin AwardIdeen für mehr Komfort beim Fliegen

Von Touchscreen-Fenstern bis zum beheizten Steinfußboden: 85 Flugzeugbauer, Airlines, Zulieferer, Ingenieursbüros und Universitäten bewerben sich um den Kabinen-Oscar, der am 4. April im Rahmen der Aircraft Interiors Expo verliehen wird.

Delta - Delta One Suite (Delta Air Lines) (jpg)

Delta führt mit dem Airbus A350 eine neue Business Class,, die Delta One Suite, ein. Foto und Copyright: Delta Air Lines  

 

Beim elften Crystal Cabin Award gibt es so viele Bewerber für die Shortlist wie nie. Insgesamt 85 Flugzeughersteller, Fluggesellschaften, Zulieferer, Hochschulen und Ingenieursdienstleister aus 21 Ländern haben ihre Ideen für die Shortlist eingereicht, teilte der Initiator des Wettbewerbs, das Luftfahrtcluster Hamburg Aviation, am Montag mit. Wer es ins Finale schafft, entscheidet eine 29-köpfige internationale Jury mit Vertretern aus verschiedenen Segmenten der Luftfahrtindustrie. Verliehen werden die Preise in acht Kategorien (Kabinenkonzepte, Kabinensysteme, elektronische Systeme, grünere Kabine/Gesundheit/Sicherheit und Umwelt, Materialien und Komponenten, Passagierkomfort-Hardware, Universität sowie visionäre Konzepte) am 4. April im Rahmen der internationalen Kabinenmesse Aircraft Interiors Expo in Hamburg.

Mit Delta und United haben sich gleich zwei US-Airlines mit ihren neuen Business-Class-Produkten für den Crystal Cabin Award beworben: Die Delta One Suite, die mit dem Airbus A350 bei Delta Air Lines eingeführt wird, bietet erstmals jedem Business-Class-Gast einen eigenen, mit Sichtblenden getrennten, Kabinenbereich. Vor kurzem bereits gestartet ist hingegen die Polaris Business Class von United Airlines. Sie bietet unter anderem für jeden Passagier einen direkten Zugang vom Sitz zum Kabinengang ohne Übersteigen des Nebenmanns.

Erstmals mit dabei ist auch der kanadische Flugzeughersteller Bombardier, unter anderem mit dem Kabinenkonzept der CSeries. Das völlig neu entwickelte Kurz- und Mittelstreckenflugzeug macht der Boeings 737 und der A320-Familie von Airbus Konkurrenz und wurde erst 2016 an die Erstkunden Swiss Air Lines und Air Baltic übergeben. Bombardier wirbt damit, allen Passagieren unabhängig von der Bestuhlung einen herausragenden Flugkomfort zu bieten. Dem Thema Bestuhlung hat sich auch Airbus angenommen und ein neuartiges Sitzschienenkonzept entwickelt, mit dem die Crew je nach Buchungslage den Sitzabstand in der Kabine verändern kann. Ist der Flug nicht voll gebucht, kann die letzte Sitzreihe zusammengeklappt werden, während die vorherigen Reihen nach hinten rücken und den Fluggästen damit mehr Beinfreiheit pro Sitzreihe bieten.

Von extravagant bis umweltschonend

Auch Konzepte für Business-Jets finden sich unter den eingereichten Ideen: der erste beheizte Steinfußboden für die Flugzeugkabine von der österreichischen F-LIST GmbH, die Oberklassen-Kabine von Mercedes-Benz und Lufthansa Technik und das VIP-Konzept des US-Unternehmens Kestrel für die Boeing 787.

Weniger luxeriös, dafür nachhaltig ist die neuartige und umweltfreundliche Flugzeugtoilette von Zodiac Aerospace oder der Re-Trolley von Airbus, mit dem die Besatzung schon während des Gangs durch die Kabine angefallenen Müll trennen und komprimieren kann. Einen Kabinen-Trolley der Zukunft hat auch der Ingenieursdienstleister Altran entwickelt. Er entlastet die Crew, indem er selbstständig durchs Flugzeug fährt und Passagiere bedient. Einen Schritt zu mehr Sicherheit an Bord macht hingegen das Wireless Seat System von Diehl Aerospace. Es meldet der Besatzung beispielsweise automatisch, wenn sich ein Passagier nicht rechtzeitig anschnallt.

In die Shortlist schafften es auch innovative Konzepte wie die Fensterscheibe von Vision Systems, die gleichzeitig Touchscreen-Display ist und Informationen zum Flugverlauf direkt ins Fenster projizieren kann. Oder die zahlreichen neuartigen Kopfstützen-Konzepte für die Langstrecke, wie das erfolgreiche Kickstarter-Projekt FaceCradle. Besonders kreative Ideen tummeln sich traditionell in der Universitäts-Kategorie, darunter die Idee eines 3D-gedruckten Flugzeugessens von der Universität in Rio de Janeiro.



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