11.03.2016
FLUG REVUE

Messflüge mit Airbus A380 und A321Kabinenluft laut Lufthansa sauber

Zur Aufklärung von Geruchsvorfällen in Flugzeugen hat Lufthansa zwischen April 2013 und Mai 2015 Messflüge mit verschiedenen A380 und A321 durchgeführt. Erste Ergebnisse liegen nun vor.

Lufthansa A380 D-AIMB

Mit verschiedenen A380 und A321 führt Lufthansa insgesamt 108 Messflüge durch. Foto: Lufthansa  

 

Erste Ergebnisse einer Messreihe der Lufthansa in Zusammenarbeit mit dem Institut für Arbeitsmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) zeigen nach Angaben der Airline, dass die Qualität von Kabinenluft vergleichbar mit der Raumluft in Büroräumen am Boden ist. Es seien keine erhöhten Aldehydbelastungen festgestellt worden.

Zwischen April 2013 und Mai 2015 führte Lufthansa insgesamt 108 Messflüge durch: 64 Flüge auf elf verschiedenen Airbus A380 und 44 Flüge auf 15 verschiedenen Airbus A321. Weitere Messflüge an Bord von Lufthansa-Flugzeugen hätten kürzlich im Rahmen einer Studie der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) stattgefunden, so die Fluggesellschaft.

In keiner der Proben seien gesundheitsgefährdende neurotoxische ortho-Trikresylphosphate (o-TCP) nachgewiesen worden. Die Werte für alle untersuchten Stoffe liegen nach Angaben von Lufthansa unterhalb gültiger deutscher und internationaler Richtwerte. Das gelte auch für Messungen während dokumentierter Geruchsvorfälle an Bord, bei denen kein Zusammenhang zu TCP festgestellt werden konnte.

Messkoffer erfasst 200 Substanzen

Ein von Lufthansa Technik und der MHH entwickelter Messkoffer an Bord erfasst etwa 200 potenziell in der Kabinenluft vorhandene Substanzen. Ein Datenlogger zeichnet kontinuierlich allgemeine Klimadaten wie Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit auf. Ein Aerosolspektrometer misst den Staubanteil. Andere Komponenten des Messkoffers dienen dem Nachweis von Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Ozon und flüchtigen organischen Verbindungen (VOC). Insgesamt werden mehr als 150 VOC, weitere 15 Aldehyde, beispielsweise Formaldehyd, sowie 19 Organophosphate wie TCP untersucht. Darüber hinaus diente eine so genannte Screeninganalyse der Identifikation unbekannter Substanzen in der Kabinenluft.

Nach Angaben von Lufthansa hat die Fluggesellschaft bisher mehr als eine halbe Millione Euro in Projekte zur Aufklärung von Geruchsvorfällen in Flugzeugen investiert.



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