01.03.2016
FLUG REVUE

Nachfolge für die ConcordeNASA will leiseren Überschall-Passagierjet bauen

Die US-amerikanische Raumfahrtbehörde NASA beauftragt Lockheed Martin, ein Design für ein geräuscharmes Überschall-Demonstrationsflugzeug zu entwickeln.

Leiser Überschall-Passagierjet von NASA und Lockheed Martin

Lockheed Martin wurde von der NASA mit der Entwicklung eines Designs für einen leiseren Überschall-Jet beauftragt. Foto und Copyright: Lockheed Martin  

 

Im Rahmen der New-Aviation-Horizons-Initiative treibt die NASA den Bau eines Überschall-Passagierjets voran. Dafür vergab die Raumfahrtbehörde einen Auftrag für ein vorbereitendes Design eines "low boom"-Flugzeugs ohne lauten Überschallknall. Den Zuschlag für die Entwicklung der so genannten Quiet Supersonic Technology (QueSST) erhält ein Team unter der Führung von Lockheed Martin Aeronautics Company in Palmdale, Kalifornien. Das gab die NASA in einer Pressemitteilung am Montag bekannt.

Machbarkeitsstudien wurden im Rahmen des kommerziellen Überschall-Technologie-Projekts der NASA bereits durchgeführt, ebenso wurde an einem besseren Verständnis für akzeptable Geräuschlevel über Land gearbeitet. Anschließend sind laut NASA Teams aus der Industrie ins Boot geholt worden, um Konzepte für ein bemanntes Testflugzeug zu entwerfen, das beim Durchbrechen der Schallmauer anstelle des ohrenbetäubenden Überschallknalls eher einen dumpfen Schlag abgibt.

Lockheed Martin erhält für die vorbereitenden Designarbeiten rund 20 Millionen US-Dollar über einen Zeitraum von 17 Monaten. In dem von Lockheed Martin geleiteten Team arbeiten auch der Triebwerksbauer GE Aviation und der Windkanalmodell-Hersteller Tri Models mit. 

Flugtests könnten 2020 beginnen

Ziel ist die Entwicklung grundlegender Flugzeuganforderungen, eines vorbereitenden Designs mit Spezifikationen sowie die Erstellung einer Dokumentation, die Konzeptformulierung, Planung und Entwicklung eines detaillierteren Designs unterstützt. Das vorbereitende Konzept soll unter anderem auch im Windkanal validiert werden.

Das QueSST-Flugzeug ist das erste einer Reihe von Experimentalflugzeugen, den so genannten X-Planes, unter der New-Aviation-Horizons-Initiative der NASA. Diese X-Planes sollen in etwa halb so groß sein wie das Original. Design und Bau werde mehrere Jahre in Anspruch nehmen, die NASA rechnet mit dem Beginn von Flugtests um 2020.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Ulrike Ebner


Weitere interessante Inhalte
Falcon 9 von SpaceX Erster kommerzieller Start vom Launch Complex 39A

20.02.2017 - Am Sonntag ist eine Falcon 9 mit Nachschub für die Internationale Raumstation ISS gestartet. Es war seit langem der erste Raketenstart von der historischen Startrampe 39A des Kennedy Space Centers in … weiter

Reduzierung von Fluglärm Computersimulation für leisere Flugzeuge

01.02.2017 - In der Flugzeugentwicklung werden numerische Strömungssimulationen zur Verbesserung der Aerodynamik schon lange eingesetzt. Doch sie können auch zur Verringerung von Fluglärm beitragen. … weiter

NASA-Luftfahrtforschung Pratt & Whitney entwickelt Öko-Triebwerk

31.01.2017 - Der Triebwerkshersteller aus Hartford, Connecticut soll im Auftrag der NASA einen effizienten und dennoch leisen und sauberen Antrieb entwerfen. … weiter

Für das Starliner-Raumschiff Boeing präsentiert neuen Raumanzug

26.01.2017 - Leichter und bequemer: Astronauten an Bord von Boeings künftigem Raumschiff CST-100 Starliner werden andere Raumanzüge als bisher tragen. … weiter

Neue Software der NASA Kürzeres Zeitfenster zwischen Landungen

17.01.2017 - Die amerikanische Aeronautik- und Raumfahrtbehörde NASA erprobt bei Testflügen ein System, das den Luftverkehrsfluss an vielbeflogenen Airports verbessern soll. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 02/2017

FLUG REVUE
02/2017
09.01.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Ryanair greift Lufthansa an
- Bombardier liefert CS300
- Gulfstream G500
- Sea Lion fliegt
- Interview Astronaut Gerst
- Nachtschicht bei LH Technik

aerokurier iPad-App