01.09.2014
FLUG REVUE

In jeder Höhe frei und sicher atmenOptimierte Sauerstoffversorgung in Passagierflugzeugen

In Reiseflughöhe atmen wie am Erdboden – das ist wahrer Luxus, den Lufthansa Technik jetzt den Passagieren von VIP-Flugzeugen bietet.

oxyfly-2

Mit dem neuen Sauerstoffregenerationssystem sind Passagiere an Bord nie atemlos. © LHT/Sonja Brüggemann  

 

Oben fühlt sich die Luft „dünn“ an. Genauer betrachtet, verringert sich die Kraft, mit der Sauerstoff in die Lungenbläschen gepumpt wird. Ab 5000 Metern Höhe atmet ein Mensch nur noch die Hälfte des lebenswichtigen Gases ein. Daher erzeugen Druckkabinen künstlich ein Niveau, das der „Alpenhöhe“ von 2400 Metern entspricht. Doch auch diese Veränderung über den Wolken führt zu Kopfschmerzen, Müdigkeit und Unwohlsein. Dürr Technik entwickelte daher den Sauerstoffgenerator Oxyfly, der Fluggäste permanent mit an Bord produziertem Sauerstoff versorgt. Diesen baut nun auch Lufthansa Technik in einer modifizierten Version in VIP-Flugzeuge ein.

Oxyfly verwenden bislang insbesondere Piloten und Passagiere unbedruckter Flugzeuge. Ein ölfreier Kompressor drückt Luft in ein Sauerstoffmodul, das den Sauerstoff bis zu 96 Prozent konzentriert. Über Schlauchsets mit Nasenkanülen atmen die Personen den angenehm vorgewärmten reinen Sauerstoff ein. So können Piloten und Passagiere auch in Maschinen ohne Druckkabinen bedenkenlos bis 5500 Meter hoch fliegen. Über den Wolken gelangen sie durch geringere Luftdichte schneller und effizienter mit weniger Kraftstoffverbrauch an ihr Ziel.

Mit dem Einsatz solcher Generatoren ist eine Fülle weiterer Vorteile verbunden: Die Maschine fliegt meistens „über dem Wetter“, wodurch ein wichtiger Risikofaktor umgangen wird. Anders als bei Sauerstoffflaschen gelingt die unbegrenzte Sauerstoffversorgung ganz ohne Tank. Weil der Sauerstoff kontinuierlich an Bord produziert wird, müssen keine Flaschen mehr gekauft, befüllt, gelagert und transportiert werden. Auch Zwischenlandungen zum Nachfüllen sind Vergangenheit. So können Piloten die Strecke und Flughöhe flexibler planen und auf kom-fortable Weise Müdigkeit bei Nachtflügen oder häufigen Steigflügen verhindern. Dass alle Personen an Bord optimal mit Sauerstoff versorgt sind, ist gut für die Gesundheit und vermeidet Kopfschmerzen und Schwindel. Die Problematik, dass an Bord transportierte Sauerstoffflaschen zur Gefahr werden, ist mit diesem System ausgeschlossen.

Mehr zum Thema:
flugrevue.de/Matthias Gründer


Weitere interessante Inhalte
Neue Software der NASA Kürzeres Zeitfenster zwischen Landungen

17.01.2017 - Die amerikanische Aeronautik- und Raumfahrtbehörde NASA erprobt bei Testflügen ein System, das den Luftverkehrsfluss an vielbeflogenen Airports verbessern soll. … weiter

Italienische Presse meldet angebliche Pläne Will Etihad bei Lufthansa einsteigen?

17.01.2017 - Etihad Airways könnte, laut unbestätigten italienischen Medienberichten, als Großaktionär bei der Deutschen Lufthansa einsteigen. … weiter

Boeing 777-200 bleibt verschollen Suche nach MH370 beendet

17.01.2017 - Die Suche nach der am 8. März 2014 mit 239 Insassen verschollenen Boeing 777-200ER von Malaysia Airlines ist beendet worden. Eine umfangreiche Suchaktion im Indischen Ozean war ergebnislos geblieben. … weiter

Übersicht Zivilflugzeug-Bestellungen im Jahr 2017

17.01.2017 - Welche Airline hat bei Airbus, Boeing, Bombardier, Embraer und Co. bestellt oder Optionen gezeichnet? Unsere Übersicht gibt Ihnen eine aktuelle Auflistung der Flugzeugbestellungen im Jahr 2017. … weiter

Jahresbilanz 2016 Embraer liefert insgesamt 225 Flugzeuge aus

16.01.2017 - Im vergangenen Jahr hat der brasilianische Flugzeughersteller 108 Verkehrsflugzeuge und 117 Business-Jets an Kunden übergeben. Das sei das höchste Auslieferungsvolumen seit sechs Jahren. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 02/2017

FLUG REVUE
02/2017
09.01.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Ryanair greift Lufthansa an
- Bombardier liefert CS300
- Gulfstream G500
- Sea Lion fliegt
- Interview Astronaut Gerst
- Nachtschicht bei LH Technik

aerokurier iPad-App