18.04.2017
FLUG REVUE

Primäre FlugsteuerungTest-A380 fliegt mit 3D-gedruckter Hydraulikkomponente

Ende März hob ein Airbus A380 erstmals mit einem additiv gefertigten Spoiler-Aktuator-Ventilblock ab. Hergestellt wurde die Komponente von Liebherr-Aerospace.

3D-gedruckter Spoiler-Aktuator-Ventilblock von Liebherr-Aerospace

Der 3D-gedruckte Ventilblock besteht aus weniger Einzelteilen und ist deutlich leichter als bei konventioneller Fertigung. Foto und Copyright: Liebherr-Aerospace  

 

Der aus Titanpulver gefertigte Ventilblock ist Bestandteil des Spoiler-Aktuators und übernimmt an Bord des Airbus A380 wichtige Funktionen bei der primären Flugsteuerung. Der Erstflug der 3D-gedruckten Hydraulikkomponente fand am 30. März in einem A380-Testflugzeug statt. Das teilte Liebherr-Aerospace am Donnerstag mit.

Die additiv gefertigte Komponente besteht nach Angaben von Liebherr-Aerospace aus weniger Einzelteilen und ist um gut ein Drittel leichter als ein Ventilblock aus herkömmlicher Herstellung. Zudem ensteht bei der additiven Fertigung weniger Abfall: Feines Titanpulver wird mit einem Laser aufgeschmolzen und schichtweise zu einem Bauteil verschweißt. Ein weiterer Vorteil des Verfahrens: Es sind komplexere Formen möglich, die sich konventionell nicht herstellen ließen. 

Entwickelt wurde Hydraulikkomponente in Zusammenarbeit mit Airbus und der Technischen Universität Chemnitz. Das Projekt wurde teilweise durch Mittel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert. Bis 3D-Druckverfahren im großen Maßstab in der Luftfahrt eingeführt werden könnten, müsse noch einiges an Arbeit geleistet werden. "Nichtsdestotrotz wird das Potenzial und die Vision des 3D-Drucks die Art und Weise, wie zukünftige Flugzeuggenerationen entwickelt werden, tief greifend verändern", so Heiko Lütjens, Managing Director und CTO Flight Control and Actuation Systems, Landing Gear Systems and Hydraulics, Liebherr-Aerospace & Transportation SAS.

Nach dem Spoiler-Aktuator-Ventilblock arbeitet Liebherr-Aerospace nach eigenen Angaben bereits weiter an 3D-gedruckten hydraulischen und elektro-mechanischen Komponenten, beispielsweise hochintegrierter Seitenruderantriebe. Im Gegensatz zu der auf herkömmliche Weise gefertigten Version habe die 3D-gedruckte Komponente weder einen separaten Ventilblock, noch ein separates Zylindergehäuse oder ein zusätzliches Reservoir: Alle Teile seien in ein einziges monolithisches, kompaktes Gehäuse integriert.   

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Ulrike Ebner


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