05.07.2014
Erschienen in: 09/ 2013 FLUG REVUE

Rückblick: Harte Kritik an Rolls-RoyceAbschlussbericht zum A380-Unfall bei Qantas

Nur knapp entgingen die 440 Passagiere an Bord des Qantas-Fluges QF32 im November 2010 einer Katastrophe. Der abschließende Untersuchungsbericht der australischen Transportbehörde lobt das Verhalten der Besatzung, kritisiert aber den Triebwerkshersteller Rolls-Royce.

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Das beschädigte Trent 900 des Airbus A380 von Flug QF32. Fragmente der Mitteldruckturbinenscheiben hatten die Verkleidung zerfetzt. Foto und Copyright: ATSB  

 

Deutliche Worte findet der Abschlussbericht des Australian Transport Safety Bureau (ATSB) vom 27. Juni 2013: „Das ATSB hat eine Reihe von Faktoren ermittelt, die aus der Fertigung und der Freigabe von nicht-konformen Ölzuleitungen resultierten. Diese Faktoren traten über eine Reihe von Jahren auf.“ Die Hersteller müssen „klare Verfahren vorgeben“ und darauf achten, dass das Personal diese Vorgehensweisen einhält. Dies scheint bei Rolls-Royce nicht der Fall gewesen zu sein.

Was war passiert? Am 4. November 2010 startete Qantas-Flug QF32 in Singapur-Changi mit fünf Besat-zungsmitgliedern, 24 Flugbegleitern und 440 Passagieren an Bord in Richtung Sidney. Vier Minuten nach dem Abheben hörte die Besatzung zwei Knalllaute. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Airbus A380-842 mit der Kennung VH-OQA im Steigflug in einer Höhe von rund 2100 Metern über der Insel Batam in Indonesien.

Das Triebwerk an der zweiten Position hatte versagt. Teile des Rolls-Royce Trent 900 perforierten die linke Tragfläche, so dass Treibstoff aus den Tanks austrat. Ein großes Fragment der Mitteldruckturbinenscheibe durchschlug die Flügelvorderkante, den vorderen Holm und den linken inneren Flügeltank. Mehrere Kabelverbindungen wurden durchtrennt. Ein weiteres Bruchstück drang in den Rumpf ein und zerschnitt ein Kabelbündel, das teilweise als Back-up für die Leitungen in der Tragfläche diente. Damit fielen einige Systeme wie Vorflügel und ein Teil der Spoiler aus. Insgesamt wurden 650 Kabel beschädigt.


WEITER ZU SEITE 2: Triebwerk lief drei Stunden nach der Landung weiter

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