24.07.2015
FLUG REVUE

EU-Projekt CHATTDLR forscht am Kryo-Tank der Zukunft

Dreieinhalb Jahre forschte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt zusammen mit europäischen Partnern an neuen Technologien für Kryo-Tanks, die bei künftigen Flugzeug- und Raumfahrt-Projekten verwendet werden könnten.

CHATT Kryo-Tank des DLR 2015

Für die Tests im Rahmen des CHATT-Programms baute das DLR Kryo-Tanks aus Kohlefaser-Verbundwerkstoffen (Foto: DLR).  

 

Kern der Aktivitäten des Projekts CHATT (Cryogenic Hypersonic Advanced Tank Technologies) war die Untersuchung von Tanks für kryogene Treibstoffe wie zum Beispiel Wasserstoff oder Methan. Im Laufe des Projekts wurden in Zusammenarbeit vom Kryo-Labor des DLR in Bremen, dem Institut für Faserverbundleichtbau und Adaptronik des DLR in Braunschweig und den ausländischen Partnern vier verschiedene Kryo-Tanks in Kohlefaser-Verbundbauweise designt, gefertigt und getestet, einschließlich dem Be- und Enttanken mit kryogenem Stickstoff bei circa minus 200 Grad Celsius.

Ein zentrales Thema, dem sich das Team des DLR-Instituts für Raumfahrtsysteme in Bremen widmete, war die Problematik des sogenannten "sloshings", das Schwappen von Flüssigkeiten in großen horizontalen Tanks: "Dieses Problem wird bis heute nicht gänzlich beherrscht", erläutert DLR-Wissenschaftler Martin Sippel. "Deshalb haben Versuche dazu eine große Rolle im Projekt CHATT gespielt".

Ein mögliches Anwendungsgebiet für kryogene Treibstofftanks und Technologien ist das vom DLR untersuchte Space-Liner-Konzept - ein Hyperschall-Transportsystem. Mit 20facher Schallgeschwindigkeit sollen Passagiere interkontinentale Distanzen in kürzester Zeit zurücklegen können. Der Space-Liner besteht aus einem Orbiter mit Passagierkabine und einer Booster-Stufe, die nach der ersten Schubphase abgetrennt wird. Innerhalb von CHATT wurden Untersuchungen zu neuen innovativen Querverbindungen – sogenannte "Cross-Feeds" - zwischen den Treibstoffsystemen der Booster-Stufe und des Orbiters durchgeführt.

Neben dem DLR, das zusätzlich zu den wissenschaftlichen Aufgaben auch mit der Führung und der Koordination des Projektes betraut ist, sind zehn externe Partner an CHATT beteiligt. Diese sind: FOI (Schweden), SICOMP (Schweden), Universität Brüssel (Belgien), Orbspace (Österreich), Universität Budapest (Ungarn), TU Delft (Niederlande), ECM (Deutschland), Cenaero (Belgien), Gas Dynamics (Großbritannien) und ALE (Niederlande).




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