09.04.2014
FLUG REVUE

ForschungOpen Rotor im Fokus

Auf beiden Seiten des Atlantiks gehen die Untersuchungen zum Thema Open Rotor weiter. Das französische Triebwerksunternehmen Snecma hat vor kurzem eine weitere Versuchsreihe mit einem Open Rotor durchgeführt. Der Antrieb verfügt über gegenläufige Luftschrauben und verspricht eine erhebliche Reduzierung des Treibstoffverbrauchs: bis zu 30 Prozent weniger als bei einem CFM56.

IN DIESEM ARTIKEL

Die Tests des HERA-Programms (Hélice rapdide, französisch für Hochgeschwindigkeitspropeller) erfolgten mit einem Modell im Maßstab 1:5 im S1-Windkanal der französischen Forschungseinrichtung Onera in Modane. Dabei untersuchten die Ingenieure das aerodynamische Verhalten bei niedrigen Geschwindigkeiten und die Akustik. Verschiedene Arten von Schaufelblättern kamen zum Einsatz. Dies war schon die dritte HERA-Erprobungskampagne von Snecma. Sie läuft im Rahmen des europäischen Forschungsprogramms Clean Sky. Die Versuchsanordnung bestand aus zwei mit Druckluft versorgte Turbinen, die jeweils eine Luftschraube antreiben.

Im ersten Abschnitt der aktuellen Versuche verwendeten die Konstrukteure bereits erprobte Schaufeln. Im zweiten Schritt wandten sie eine neue Konfiguration an, die näher an einem möglichen Serientriebwerk ist. "Diese Auslegung erlaubt den Propellern, sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten zu drehen. So erhält der Antrieb mehr Freiheiten im Betriebsbereich sowie eine bessere akustische und aerodynamische Leistung", sagt Marc Doussinault, Modulmanager für Luftschrauben bei Snecma. "Die Tests verliefen reibungslos und ohne größere Probleme." Aufgrund der Ergebnisse konnte das Team die Berechnungsmodelle verifizieren und die physikalischen Probleme beim Propellerlärm besser verstehen. Eine Schwierigkeit beim Open Rotor sind die Verwirbelungen an den Blattspitzen und die Intensität der Nachlaufströmung. Hier scheint Snecma einen Schritt weiter gekommen zu sein. "Lärm war immer das Hauptproblem des Open Rotors. Aber wir haben auf diesem Gebiet viele Fortschritte gemacht, und heute haben wir gezeigt, dass wir die neuen Lärmstandards für die Zulassung einhalten können", meint Doussinault.


WEITER ZU SEITE 2: Tests

1 | 2 | 3 |     


Weitere interessante Inhalte
Rolls-Royce Zukunftstriebwerk vor den ersten Tests

19.06.2017 - Der britische Hersteller hat in Bristol einen Demonstrator seines Advance-Triebwerks fertiggestellt. Damit will Rolls-Royce demnächst die Erprobung neuer Technologien beginnen. … weiter

Rolls-Royce, P&WC & Co. Triebwerke für Business Jets: Kleine Kraftpakete

18.06.2017 - Vor allem in der Top-Klasse der Geschäftsreiseflugzeuge dominierten jahrelang Turbofan-Triebwerke von Rolls-Royce. Mit neuen Technologien erobern nun auch andere Hersteller den lukrativen Markt. … weiter

Neuer Rolls-Royce-Antrieb für Airbus A330neo Erste Trent 7000 sind auf dem Weg nach Toulouse

16.06.2017 - Der britische Hersteller Rolls-Royce hat die ersten Trent-7000-Triebwerke für die A330neo fertiggestellt und verschickt. … weiter

Rolls-Royce Produktionsstart des Trent XWB in Dahlewitz

14.06.2017 - Rolls-Royce hat am Mittwoch offiziell die neue Montagelinie für Trent-XWB-Triebwerke in Dahlewitz eröffnet. … weiter

Emissionstests von Lufthansa Weniger Feinstaub durch Biokerosin

08.06.2017 - Lufthansa hat in Zusammenarbeit mit Lufthansa Technik und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) einen noch nicht zugelassenen vollsynthetischen Biotreibstoff untersucht und dabei … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 07/2017

FLUG REVUE
07/2017
12.06.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


COMAC C919 fliegt
Rafale wird weiter modernisiert
Das Cockpit der Zukunft
Griechenland mustert RF-4E Phantom II aus
Air Seychelles fliegt ab Düsseldorf
Patrouille de France auf großer US-Tour

aerokurier iPad-App