23.03.2015
FLUG REVUE

TitanaluminidMTU entwickelt neuen Werkstoff für Turbinenschaufeln

Aero Engines setzt nach sieben Jahren Entwicklungszeit den hochtemperaturfesten Leichtbauwerkstoff Titanaluminid (TiAl) für Turbinenschaufeln ein.

Niederdruckturbine MTU

Mit Titanaluminid-Blättern bestückte Niederdruckturbine von MTU (Foto: MTU).  

 

Erste Anwendung ist der Getriebefan von Pratt & Whitney für die A320neo-Familie. Die Schaufeln aus dem neuen Werkstoff bilden die dritte Rotorstufe der einzigartigen dreistufigen, schnelllaufenden Niederdruckturbine.

Und die Forschung geht weiter: Die Werkstoffspezialisten arbeiten bereits an einer verbesserten TiAl-Legierung. Ziel ist es, noch weitere Turbinenstufen aus dem Material zu realisieren.

Turbinenschaufeln aus TiAl sind nur halb so schwer wie solche aus Nickellegierungen bei gleicher Zuverlässigkeit und Lebensdauer. Der hohe Aluminiumgehalt macht den Werkstoff zudem oxidations- und korrosionsbeständig. Das prädestiniert ihn für Anwendungen unter extremen Bedingungen – hohen Temperaturen und Drücken – wie sie in einer schnelllaufenden Niederdruckturbine herrschen.

Titanaluminide eröffnen laut MTU neue Design-Horizonte, denn auch andere Triebwerkskomponenten können leichter gebaut werden: An den sonst massiven Turbinenscheiben und -wellen aus schweren Nickellegierungen treten dank des Einsatzes von TiAl-Schaufeln reduzierte Flieh-kräfte auf. Die Folge: Auch die Scheiben können sehr viel leichter gebaut werden. Jede Gewichtsreduzierung wirkt sich senkend auf Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen aus.

Die größte Hürde für den Einsatz des Leichtbau-Werkstoffs im Getriebefan war das Beherrschen der Verarbeitbarkeit: TiAl ist kaum umformbar. Das Schmieden von Turbinenschaufeln mit herkömmlichen und preisgünstigen Methoden war bislang nicht möglich. Durch thermodynamische Berechnungen wurde ausgelotet, in welchem Temperaturbereich und mit welcher Phasenkonfiguration geschmiedet werden kann. Mit der entwickelten TiAl-Legierung kann der Schmiedeprozess nun auf konventionellen Umformmaschinen durchgeführt werden – das ist der eigentliche Clou.



Weitere interessante Inhalte
A320neo-Triebwerk PW1100G-JM MTU weiht Serienmontage ein

21.10.2016 - Das deutsche Triebwerksunternehmen hat eine von weltweit drei Endmontagelinien des A320neo-Triebwerks PW1100G-JM am Hauptstandort in München aufgebaut. Am Donnerstag wurde die neue Produktionsstätte … weiter

Exklusiv So will MTU den Getriebefan noch besser machen

14.10.2016 - Im Rahmen von Clean Sky verantwortet MTU Aero Engines einen von fünf Triebwerksdemonstratoren. Der Münchener Triebwerkshersteller gewährt www.flugrevue.de exklusive Einblicke in die erprobten … weiter

MTU Aero Engines Neues Verfahren zur Herstellung von Nickel-Blisks

04.10.2016 - Für den Getriebfan von Pratt & Whitney ist bei MTU in München die Serienfertigung von Hochdruckverdichter-Blisks nach einem neuen Verfahren angelaufen. … weiter

Lufthansa Technik und MTU Joint Venture zur Getriebefan-Instandhaltung?

20.09.2016 - Lufthansa Technik und MTU denken über ein Gemeinschaftsunternehmen zur Instandhaltung der PW1000G-Serie nach. Erste Entscheidungen werden zum Jahresende erwartet. … weiter

Antrieb des Airbus A320 MTU hält V2500-Triebwerke für LATAM instand

07.09.2016 - Die südamerikanische LATAM Airlines Group hat ihren Instandhaltungsvertrag für die Triebwerke vom Typ V2500 mit MTU Maintenance um fünf Jahre verlängert. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 12/2016

FLUG REVUE
12/2016
07.11.2016

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Neue Junkers F 13 fliegt
- Dreiteilung airberlin
- Flughafen Lyon
- Erprobung Pilatus PC-24
- Wonsan Air Festival
- Brennstoffzellen im Alltagstest
- Extra Raumfahrt

aerokurier iPad-App