02.06.2016
FLUG REVUE

MTU auf der ILAEin Problem behoben, das nächste steht im Fokus

Nachdem die Schwierigkeiten beim Getriebefan für den Airbus A320neo nun offenbar Geschichte sind, könnte es mit der Lösung der Triebwerksprobleme des Militärtransporters A400M noch eine Weile dauern.

Impressionen von der ILA 2016: Schnelllaufende Niederdruckturbine PW1100G-JM

MTU zeigt auf der ILA unter anderem die schnelllaufende Niederdruckturbine des A320neo-Antriebs PW1100G-JM. Foto und Copyright: Ebner  

 

Die anfänglichen Probleme mit der Kühlung des Getriebefans von Pratt & Whitney seien gelöst, sagte MTU-Technologiechef Stefan Weber auf der ILA in Berlin. MTU hat beim PW1100G-JM für den Airbus A320neo einen Programmanteil von 18 Prozent und steuert unter anderem den Hochdruckverdichter und die schnelllaufende Niederdruckturbine bei.

Ein Software-Update sorgt nach Angaben von Weber zum einen dafür, dass die Zahl der Fehlermeldungen reduziert wird, zum anderen lässt es das Triebwerk beim Anlassen langsam drehen, um die Temperatur gleichmäßig zu verteilen. Auch an der Hardware werden Verbesserungen eingeführt: Dämpfungsmechanismen sollen verhindern, dass sich die Welle durch ungleichmäßige Abkühlung verzieht. Wegen der Probleme liegt die Anlassdauer des PW1100G-JM bislang deutlich über der üblichen Zeiten. Rund 350 Sekunden lang müssen die Triebwerke im Leerlauf betrieben werden, bis das Flugzeug rollen kann.

In München wird derzeit eine Produktionslinie für den A320neo-Getriebefan aufgebaut. MTU wird künftig für Pratt & Whitney ein Drittel der neuen Antriebe fertigen, im dritten Quartal 2016 soll das erste in München endmontierte Triebwerk ausgeliefert werden. 

Ein anderes Programm bereitet MTU dagegen mehr Sorgen: das TP400-D6 des Militärtransporters A400M, das unter anderem mit Getriebeproblemen kämpft. Das Turboprop-Triebwerk wird vom Konsortium Europrop International hergestellt, zu dem neben MTU auch Snecma, Rolls-Royce und Industria de Turbo Propulsores gehören. "Verbesserungsmaßnahmen für das Problembauteil sind eingeleitet. Wir sind zuversichtlich, dass wir das Problem beheben können", sagte der MTU-Vorstandsvorsitzende Reiner Winkler auf der ILA. Ob die Triebwerksprobleme das finanzielle Ergebnis belasten, wollte Winkler nicht kommentieren. "Momentan fokussiert sich alles auf die Lösung der technischen Probleme."



Weitere interessante Inhalte
Getriebefan hat noch Kinderkrankheiten Spirit parkt neue A320neo

10.04.2017 - Die Niedrigpreisfluggesellschaft Spirit musste mehrere ihrer fabrikneuen A320neo nach Triebwerksproblemen aus dem Dienst nehmen. … weiter

Airliner im Geschäftsreiseeinsatz Airbus Corporate Jets gründet "Easystart"

10.04.2017 - Unter dem Projektnamen "Easystart" bündelt Airbus alle Service- und Beratungsdienste für Kunden der hauseigenen ACJ-Geschäftsreisejets. … weiter

Übungsplatz Meppen A400M testet Selbstschutzsystem

08.04.2017 - In Wunstorf ist der erste A400M mit der Selbstschutzanlage DASS angekommen. Erste Tests zum Täuschkörperausstoß wurden über dem Übungsgelände Meppen durchgeführt. … weiter

Airbus Customer Definition Center wächst Airbus erweitert Hamburger Kabinenzentrum

03.04.2017 - Das bisher für Kunden der A350 genutzte Kabineneinrichtungszentrum von Airbus in Hamburg wird erweitert und künftig auch Kunden der Airbus-Programme A320 und A330 beraten. … weiter

neo-Großkunde leidet unter Getriebefan-Kinderkrankheiten IndiGo beschränkt Reiseflughöhe ihrer A320neo

24.03.2017 - Die indische Fluggesellschaft IndiGo hat ihre Piloten angewiesen, als maximale Reiseflughöhe ihrer Airbus A320neo nur noch auf 30.000 Fuß zu steigen, um die Triebwerke der neuen Zweistrahler zu … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 05/2017

FLUG REVUE
05/2017
10.04.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


Boeing 737 wird 50
Boeing 787-10 fliegt
Rafale in Jordanien
DC-3 in Kolumbien
Flughafen Paris Charles de Gaulle
Triebwerksforschung

aerokurier iPad-App