06.09.2013
FLUG REVUE

Rolls-Royce Deutschland feiert 100 Jahre Oberursel

Seit 100 Jahren ist der Standort Oberusel nördlich von Frankfurt/Main im Flugmotorenbau aktiv. Rolls-Royce beginn das Jubiläum mit einer Festveranstaltung.

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Seit 100 Jahren ist der Standort Oberursel im Bereich Luftfahrtantriebe aktiv. Foto: © Rolls-Royce Deutschland  

 

Die "Motorenfabrik Oberursel" hatte bereits 1890 erfolgreich mit dem Bau von stationären Motoren begonnen und eine entsprechende Lizenz nach Frankreich verkauft. Daraus entwickelte sich die „Société des Moteurs Gnome“ bei Paris, die 1907 die Konstruktion von Flugzeugmotoren aufnahm. Im August 1913 erwarb die Motorenfabrik Oberursel AG ihrerseits die Lizenz zum Nachbau und zur Vermarktung von Gnome-Motoren für Flugzeuge. Damit war das Kerngeschäft des Werkes definiert, das sich fortan unter wechselnden Eigentümern der Entwicklung, Fertigung und Betreuung verschiedener ziviler und militärischer Luftfahrtantriebe und -geräte widmete.

In den 60er und 70er Jahren war die Firma KHD Luftfahrttechnik für die Lizenzfertigung der Triebwerke Orpheus (für Fiat G91) und T53 (für Bell UH-1D) verantwortlich. Außerdem entwickelte und produzierte man das Secondary Power System des Panavia Tornado. Auch das Larzac des Alpha Jets wurde in Oberursel montiert. Im Jahr 1990 kaufte die BMW AG die Anlagen vom damaligen Besitzer KHD Luftfahrttechnik und gründete gemeinsam mit Rolls-Royce die neue Firma BMW Rolls-Royce. Es begann die Entwicklung einer neuen Triebwerksfamilie, die 1993 in Dahlewitz, südlich von Berlin, fortgesetzt wurde. Als erstes deutsches in die zivile Nutzung gegangenes Strahltriebwerk erhielt 1996 das komplett neue BR710 die internationale Zulassung. Im Jahr 2000 übernahm Rolls-Royce das Unternehmen BMW Rolls-Royce vollständig.

Heute ist Oberursel im Rolls-Royce-Konzern Kompetenzzentrum für anspruchsvolle Blisktechnologie (Blisk = Blade Integrated Disk), produziert Verdichter-Trommeln und Turbinenscheiben. Diese hochmodernen Komponenten werden in zahlreichen Modellen eingesetzt, so auch im Trent XWB,  das den Airbus A350 XWB antreibt. In Oberursel werden zudem Kleingasturbinen gewartet und instandgesetzt. Der Standort beschäftigt rund 1300 Mitarbeiter. Dr. Holger Cartsburg, Geschäftsführer Operations Oberursel, Rolls-Royce Deutschland, sagte: „Der Standort hat viele Höhen und Tiefen erlebt und sich ständig weiter entwickelt. Was sich nie geändert hat war der Wille der Mitarbeiter, verantwortungsvolle, hochwertige und technisch komplexe Arbeit an der jeweiligen Spitze der Entwicklung zu leisten. Wenn wir heute eine steigende Auslastung in der Komponenten-Fertigung für die fortschrittlichsten Triebwerke unserer Zeit verzeichnen, dann auch deswegen. Wir haben bisher stets Neues aufgenommen und konsequent umgesetzt – und das werden wir auch weiter tun.“  Er ergänzte: „Unsere Auslastung ist kein Selbstläufer. Wir wissen, dass wir permanent an unserer Wettbewerbsfähigkeit und noch besseren Ergebnissen für unsere Endkunden arbeiten müssen, um die Zukunft zu sichern. Das bedeutet vor allem beste Qualität bei kontrollierten Kosten, umweltfreundliche Produkte und konstant hohe Lieferzuverlässigkeit.“ 

Professor Dr. Mathias Müller, IHK Frankfurt, würdigte die Leistungen des Unternehmens: „Die 100-jährige Geschichte der Flugmotorenfertigung in Oberursel zeigt exemplarisch, wie tief verwurzelt die Industrie in unserer Region ist. Von hier kommen nicht nur High-Tech-Komponenten für die Luftfahrtindustrie, sondern auch Spezialchemikalien für Kunststoffe, Filtertechnik für die Automobilindustrie sowie zahlreiche pharmazeutische Produkte. Unternehmen wie Rolls-Royce Deutschland sind unverzichtbar für die Region – und das Fundament der wirtschaftlichen Stärke im Metropolraum Frankfurt-Rhein-Main.“ 

Hans-Georg Brum, Bürgermeister der Stadt Oberursel erklärte: „Die Motorenfabrik Oberursel gehört zu den Pionieren des Flugmotorenbaus – darauf ist die Stadt Oberursel sehr stolz. In den mehr als 120 Jahren seines Bestehens hat sich dieser traditionelle Produktionsstandort trotz starken Wettbewerbs und heftigen Strukturwandels immer wieder zu behaupten verstanden, der Betrieb wurde modernisiert und ausgebaut. Unter der Führung von Rolls-Royce Deutschland hat sich das Unternehmen zu einem modernen Hightech-Standort erster Güte entwickelt.“

Während der Veranstaltung wurde auch der Oberurseler Umlaufmotor U-0 aus dem Jahre 1913 präsentiert, der am Standort restauriert wurde.

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flugrevue.de/Patrick Hoeveler


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