08.05.2015
Erschienen in: 08/ 2014 FLUG REVUE

Trent 1000-TEN im TestRolls-Royce erprobt neues Trent 1000

Mit dem Trent 1000 geht das stärkste und gleichzeitig sparsamste Mitglied der 787-Triebwerksserie von Rolls-Royce an den Start.

fr 08-2014 Trent 1000- Erstlauf (01)

Ende Mai 2014 lief das Trent 1000-TEN erstmals auf dem Prüfstand in Derby. Foto und Copyright: Rolls-Royce  

 

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Das neue Trent 1000 des Package C-Standards für die Boeing 787-9 ist noch nicht einmal in Dienst, da steht der Nachfolger schon in den Startlöchern. „Das Spiel hört nie auf“, sagt Gary Moore, Projekt-Direktor Trent 1000 bei Rolls-Royce. Am 25. Mai 2014 absolvierte das Trent 1000-TEN in Derby seinen Erstlauf. Die bisherigen Ergebnisse stimmen die Konstrukteure positiv: „Wir werden den maximalen Schub sehr früh im TEN-Testprogramm demonstrieren“, meint er.  TEN steht für Thrust, Efficiency und New Technology, aber auch für die drei Versionen der 787: Ten, Eight, Nine (787-8, -9 und -10). Damit stehen die Eckpunkte fest: Das TEN  wird zum Standardtriebwerk aller Dreamlinerversionen und leistet einen Schub von bis zu 347 Kilonewton, also knapp 16 Kilonewton mehr als bisher. Gleichzeitig soll der Verbrauch um drei Prozent im Vergleich zur aktuell eingesetzten Variante sinken. Mit dem Trent 1000-TEN erreichen die Briten nun nach eigener Aussage die ursprünglich an Boeing gegebenen Verbrauchsgarantien.

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Das GEnx hat alle Zulassungstests abgeschlossen. Foto und Copyright: GE Aviation  

 

Schlüssel dazu ist vor allem der neue Hochdruckverdichter mit Technologie aus dem NEWAC-Forschungsprogramm und dem Trent XWB. Die ersten drei Stufen bestehen aus Blisks. Um den hohen Schub zu gewährleisten, haben die Ingenieure außerdem die Kühlung im Hochdruckbereich verbessert. Sie wird während des Betriebs an den jeweiligen Flugzustand (Start oder Reiseflug) angepasst. Gewicht spart die neue Verkleidung aus Verbundwerkstoff am Bläsergehäuse, in die bereits Leitungen eingearbeitet sind. Dieses System wurde ebenso wie neue Dichtungen und die vom Trent XWB stammende Scheibenauslegung an vier Demonstrationsantrieben getestet.

Vier Entwicklungstriebwerke sind derzeit geplant: Das erste Exemplar mit der Seriennummer 11001 dient Leistungsmessungen und der Überprüfung des allgemeinen Betriebsverhaltens. Das Aggregat 11002 soll zyklische Läufe durchführen, während der Antrieb 11003 Ende des Jahres Läufe auf dem Höhenprüfstand der US Air Force in Tennessee (Arnold Engineering Development Center, AEDC) absolviert und auch in der Luft an der Boeing 747 erprobt wird. Im kommenden Jahr stehen dann Zulassungsläufe mit dem 11006 an. Die Zertifizierung ist für Ende 2015 vorgesehen. In Dienst geht das Trent 1000-TEN dann 2016.


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