01.10.2013
FLUG REVUE

Rolls-Royce feiert 20 Jahre in Dahlewitz

Rolls-Royce hat mit einer Festveranstaltung das 20jährige Jubiläum des Standortes Dahlewitz gefeiert. Hier ensteht das erste deutsche in Großserie gefertigte Strahltriebwerk für den zivilen Markt.

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Gäste bei der Jubiläumsfeier in Dahlewitz: von links Dr. Karsten Mühlenfeld, Sir Ralph Robins, Rolf Neumann, Dr. Eberhard von Kuenheim, Manfred Stolpe, Prof. Dr. Johanna Wanka, Dr. Dietmar Woidke, Russell Buxton. Foto: © Rolls-Royce Deutschland  

 

In Dahlewitz fertigt Rolls-Royce Deutschland unter anderem die erfolgreiche BR700-Serie. Die Eröffnung des Werks vor den Toren Berlins im September 1993 erfolgte nur drei Jahre nach Gründung von BMW Rolls-Royce – einem Gemeinschaftsunternehmen von Rolls-Royce plc und der BMW AG. Das Geschäftsziel war die Entwicklung einer neuen Familie von Flugtriebwerken. 1996 wurde das komplett neu konstruierte Triebwerk BR710 für Bombardier Global Express und Gulfstream V international zugelassen. Im Jahr 1998 folgte die Zulassung des BR715 der Boeing 717. Das neueste Familienmitglied ist das 2009 zertifizierte BR725 der Gulfstream G650. BMW Rolls-Royce wählte 1998 Dahlewitz als Unternehmenssitz. Zwei Jahre später übernahmen die Briten BMW Rolls-Royce komplett und nannten die Firma in Rolls-Royce Deutschland um. Seit 2008 wird der komplette Geschäftsbereich von zivilen, zweiwelligen Triebwerken kleiner und mittlerer Größe für Geschäftsreise- und Regionalflugzeuge von Dahlewitz aus geleitet.

Insgesamt wurden hier bereits mehr als 5000 Triebwerke produziert, davon mehr als 580 im vergangenen Jahr. Die mittlerweile rund 2200 Mitarbeiter des Standorts verantworten die Entwicklung, Montage und Betreuung der kompletten BR700-Familie und unterstützen rund um die Uhr mehrere Tausend im Dienst befindliche Triebwerke  – neben der BR700 Reihe auch die Modelle Tay, Spey und Dart. In Dahlewitz befindet sich auch die europäische Endmontagelinie für den V2500-Antrieb von International Aero Engines (IAE), der in den Flugzeugen der Airbus-A320ceo-Familie zum Einsatz kommt. Im 2010 eingeweihten Mechanical Test Operations Centre (MTOC) konzentriert Rolls-Royce die Prüfung und Bewertung des mechanischen und strukturellen Verhaltens von Gasturbinenkomponenten für den gesamten Konzern.

Rolls-Royce hat bisher rund 2,2 Milliarden Euro in den Aufbau der deutschen Rolls-Royce Standorte und die hier entwickelten Technologien investiert (ohne das Joint-Venture Engine Holding GmbH mit Daimler zum Erwerb des Antriebsunternehmens Tognum, ehemals MTU Freidrichshafen.Die aktuellste Investition in Dahlewitz ist der momentan im Bau befindliche neue Prüfstand für Großtriebwerke. Der Ausbau mit einem Volumen von rund 90 Millionen Euro markiert laut Rolls-Royce Deutschland die Evolution des Standorts: Über die Entwicklung, Montage und Wartung kleiner und mittlerer Triebwerke hinaus wächst die Beteiligung an Großtriebwerke der Trent-Familie. Bereits jetzt arbeiten rund 200 Ingenieure in Dahlewitz an dem Antrieb des Airbus A350 XWB. Komponenten für das Trent XWB wurden bereits im MTOC getestet. Probeläufe der schubstärksten Variante, das Trent XWB-97 für den Airbus A350-1000, sollen ab dem vierten Quartal 2014 auf dem neuen Prüfstand in Dahlewitz erfolgen.

 Dr. Karsten Mühlenfeld, Geschäftsführer Engineering und Operations, Rolls-Royce Deutschland, sagte anläßlich der Feier in Dahlewitz: „Große Fachkenntnis, exzellente Leistungen und der Wille, Probleme zuverlässig zu lösen, zeichnen die Dahlewitzer Belegschaft von Anfang an aus. Daran hat sich bis jetzt nichts geändert. Unsere Teams arbeiten mit großem Einsatz daran, die Kundenzusagen und das Markenversprechen zu erfüllen. Nicht nur unsere Antriebe für die größten und schnellsten Geschäftsflugzeuge und Regionaljets tragen zum guten Ruf des Standorts bei, sondern auch das Mechanische Testzentrum und unsere vielen, engen Hochschulkontakte.“

Dr. Dietmar Woidke, Ministerpräsident des Landes Brandenburg, gratulierte dem Unternehmen zum Jubiläum: „Rolls-Royce ist der Dreh- und Angelpunkt für die hoch dynamische und innovative Luft- und Raumfahrtbranche in der deutschen Hauptstadtregion. Allein in Brandenburg haben mittlerweile über 16.000 Menschen in diesem Bereich gute Arbeit. Die rund 140 Unternehmen erwirtschaften zusammen einen Jahresumsatz von deutlich über zwei Milliarden Euro. Sie bündeln ihre Kompetenzen zu Gunsten unserer Region – und zwar insbesondere bei Triebwerksbau und Triebwerkswartung. Der Traum von Spitzentechnologie „made in Brandenburg” hat sich also erfüllt. Ich wage aber auch die Prognose: Ohne Rolls-Royce würde das alles ganz anders aussehen. Der Konzern ist seit nunmehr 20 Jahren mit seiner Verlässlichkeit und Innovationskraft ein idealer Partner für den Wirtschaftsstandort Brandenburg. Er symbolisiert gleichermaßen Aufbauleistung wie Zukunftshoffnung in unserem Land.“

Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, betonte: „Jede erfolgreiche Industrieansiedelung lebt von der Qualifikation der verfügbaren Mitarbeiter. Rolls-Royce hat sein Engagement hier in Deutschland auf Zukunft ausgerichtet: Hier werden junge Menschen zu Facharbeitern ausgebildet und hier wird großer Wert auf eine starke Forschung gelegt. Dazu braucht es Bildungshunger in den MINT-Fächern und Angebote, die diesen befriedigen. Ein Beispiel ist die Forschung, die Rolls-Royce im Rahmen seiner engen Zusammenarbeit mit den Universitäten Cottbus, Dresden, Darmstadt und Karlsruhe betreibt.“


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