25.10.2016
FLUG REVUE

Künftiges UltraFan-TriebwerkRolls-Royce testet erstes Leistungsgetriebe

Im neuen Testzentrum in Dahlewitz bei Berlin ist der Erstlauf eines Getriebes für künftige Großtriebwerke von Rolls-Royce erfolgt.

Leistungsgetriebe UltraFan Rolls-Royce

Rolls-Royce hat mit den Tests eines neuen Leistungsgetriebes in Dahlewitz begonnen. Foto und Copyright: Rolls-Royce  

 

Der Erstlauf des Rolls-Royce-Leistungsgetriebes (Power Gearbox, PGB) fand im Lageprüfstand in Dahlewitz statt. Dort können Effekte simuliert werden, wie sie im verbauten Getriebe auftreten: Start, Steigflug, Landeanflug und Schräglagen während des Flugs. Der erste Test habe das dynamische Verhalten der Bauteile und des Ölkreislaufs bei geringem Druck und niedrigen Geschwindigkeiten bestätigt, teilte Rolls-Royce am Montag mit.

Das Leistungsgetriebe ist eine der Schlüsselkomponenten des künftigen UltraFan-Triebwerks, das der britische Hersteller seit 2014 entwickelt. Das Planetengetriebe soll das Triebwerk effizienter machen, indem es dafür sorgt, dass die Niederdruckturbine schneller und der große Bläser langsamer drehen können. Dadurch soll 25 Prozent weniger Treibstoff im Vergleich zur ersten Trent-Triebwerksgeneration verbraucht werden.

Im Laufe dieses Jahres sind weitere Tests geplant, um zusätzliche Daten zu Kombinationen aus niedriger Leistung und hoher Geschwindigkeit bei unterschiedlichen Nick- und Rollwinkeln in verschiedenen Höhen zu erheben. Hochleistungstests sollen nach Angaben von Rolls-Royce 2017 stattfinden. Dabei wirken bis zu 100.000 PS auf das Getriebe.

Die Entwicklung des Getriebes erfolgt in Zusammenarbeit mit Liebherr-Aerospace im Joint Venture Aerospace Transmission Technologies. Rolls-Royce leitet die Designdefinition und -integration des Leistungsgetriebes sowie alle Testaktivitäten.

Auf ein Getriebe zwischen Niederdruckturbine und Bläser setzt auch der Getriebefan des US-Herstellers Pratt & Whitney. Er wurde Anfang 2016 für Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge vom Typ Airbus A320neo und Bombardier CSeries in Dienst gestellt. Die UltraFan-Triebwerke von Rolls-Royce sind allerdings in höheren Schubklassen von rund 445 Kilonewton angesiedelt.

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Ulrike Ebner


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