04.08.2016
FLUG REVUE

SchubgigantenTop 10: Die stärksten Ziviltriebwerke

Im Vergleich zu den ersten Jettriebwerken für Verkehrsflugzeuge haben die heutigen großen Turbofans fast unglaubliche Dimensionen erreicht. So leistet der Spitzenreiter unserer Top-10-Liste der stärksten Ziviltriebwerke so viel Schub wie 23 Ghost-Antriebe des Prototyps der de Havilland Comet, dem ersten Jet-Airliner, zusammen!

TopTen-Titel GE90-115B (jpg)

In das GE90-115B würde fast der Rumpf einer Boeing 737 hindurchpassen. Foto: © GE Aviation  

 

So richtig bewusst werden dem Betrachter die enormen Dimensionen der heutigen Triebwerksriesen, wenn er im Einlauf vor dem Bläser steht. Hier könnte beim PW4000 von Pratt & Whitney eine ganze Familie für einen Erinnerungsschnappschuss stehen, aber das kommt im Ausbildungszentrum von Pratt & Whitney in East Hartford eher selten vor. Noch größer ist der Durchmesser des GE90-115B, hier würde sogar fast der Rumpf einer Boeing 737 hindurchpassen. Das Aggregat steht sogar im Guinness-Buch mit einem Schubweltrekord von 568 Kilonewton, den GE während der Erprobung des Antriebs der Boeing 777-300ER erzielt hatte.

Über die Jahre sind die Schubleistungen immens gestiegen, allerdings nicht auf Kosten der Umwelt. Unter anderem aufgrund der größeren Bläser mit immer höheren Nebenstromverhältnissen sanken der Treibstoffverbrauch und der Lärm merklich. Fortschritte in der Aerodynamik und der computergestützten Auslegung taten ihr Übriges. Verbesserte Brennkammern sorgten für einen reduzierten Schadstoffausstoß, die Zeiten der rauchenden Turbojets sind lange vorbei.

Ein Großteil der in unserer Rangliste vertretenen Schubriesen fliegt in Zweistrahlern. Kein Wunder, denn im Fall eines Triebwerksausfalls während des Starts muss der Airliner auch mit nur einem Antrieb sicher auf eine gewisse Höhe steigen können. Aufgrund der nachgewiesenen Zuverlässigkeit dürfen die modernen Jets im Reiseflug bis zu vier Stunden mit nur einem Triebwerk fliegen. Dies regelt die ETOPS-Zulassung (Extended-range Twin-engine Operational Performance Standards). Sie beschreibt die maximal zulässige Flugdauer auf einer Flugroute, in der das Flugzeug im einstrahligen Betrieb in der Lage sein muss, einen Ausweichflugplatz zu erreichen. Damit eröffnen sich viele Strecken, die früher für die zweistrahligen Jets tabu waren. So konnte eine mit zwei GE90 ausgestattete Boeing 777-200LR im November 2005 einen Weltrekord für den längsten Nontopflug eines Verkehrsflugzeugs aufstellen: Die Maschine flog in 22 Stunden und 42 Minuten von Hongkong in östlicher Richtung nach London, insgesamt 21601 Kilometer.


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flugrevue.de/Patrick Hoeveler



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