15.08.2015
FLUG REVUE

Kleine Flächen mit großer Wirkung für sparsames FliegenBlended Winglets – die Flügelchen am Flügel

Gesehen hat sie jeder schon. Sie sollen Kraftstoff sparen helfen, so viel weiß man, aber wie funktioniert das und vor allem: Warum sind dann nicht alle Flugzeuge damit ausgestattet?

Vor allem an einem der „Arbeitspferde“ des Kurz- und Mittelstreckenverkehrs, der Boeing 737NG, kann man die auffällig nach oben verlängerten Flügelspitzen immer häufiger sehen. Aber auch an den Tragflächenenden anderer Flugzeugtypen sind sie in den unterschiedlichsten Formen und Größen angebracht. Dabei waren die „langen Ohren“ bei der 737 ursprünglich gar nicht als aerodynamische Hilfsmittel gedacht, sondern entstanden in Folge von Wünschen gut betuchter Privatkunden, die für ihre Jets auffällige Unterscheidungsmerkmale gegenüber „normalen“ Flugzeugen suchten.

Als dann 1991 die ersten Business Jets des Typs Gulfstream II mit Blended Winglets von Aviation Partners ausgestattet wurden, sollten sie einfach nur eleganter aussehen, doch stellte sich zur Überraschung der Konstrukteure heraus, dass die nach oben verlängerten Flügel nicht nur Sprit einsparten, sondern durch eine bessere Steigrate auch den Fluglärm verringerten. Dabei muss man die Konstrukteure wohl in zwei Gruppen unterteilen, in jene von Aviation Partners unter Dr. Bernie Gratzer, welche die Winglets entwickelt hatten und aufgrund der Versuche im Windkanal von deren Vorteilen überzeugt waren, und die Ingenieure, welche die Tragflächen der Luftfahrzeuge konstruiert hatten. Diese vertraten anfangs die Meinung, den optimalen Flügel geschaffen zu haben, und sahen in den Winglets nur unnützen Ballast, einen Spleen der Eigentümer sozusagen.


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Matthias Gründer


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