16.11.2014
Erschienen in: 06/ 2013 FLUG REVUE

Neue Ausbildungswege werden getestetAviatik-Studium für Luftwaffen-Piloten

Im Vorfeld der Neuausrichtung des fliegerischen Diensts, der einen Bachelor-Abschluss vorsieht, testet die Luftwaffe Alternativen zum Studium an den Universitäten der Bundeswehr in Hamburg oder München.

Eurofighter-Pilot Luftwaffe

Das Berufsziel Jetpilot ist nach wie vor attraktiv (Foto: MTU).  

 

IN DIESEM ARTIKEL

Als Pilotprojekt belegen jeweils zehn angehende Piloten den Studiengang Aviatik and der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Winterthur und den Internationalen Studiengang für Luftfahrtsystemtechnik und Management (ILST) an der Fachhochschule in Bremen.

In Winterthur begannen die ausgewählten Studenten mit einem einjährigen Grundstudium, der sogenannten Assessmentstufe, in der die mathematisch- naturwissenschaftlichen Grundlagen gelehrt werden. Zu belegende Module sind beispielsweise Physik, Mathematik, Elektrotechnik und Aerodynamik. Aber auch Luftrecht und Englisch sind verpflichtend.

Mit bestandenem Grundstudium beginnt für die Studenten das zweijährige Hauptstudium. Zuvor musste eine der beiden Vertiefungsrichtungen „Technics & Engineering“ oder „Operation & Management“ gewählt werden. Entsprechend des Studienschwerpunktes wird ein Praktikum innerhalb der Luftfahrtindustrie absolviert, um eine praxisnahe Ausbildung zu gewährleisten. Im sechsten Semester sind in beiden Vertiefungsrichtungen sowohl eine Projekt-, als auch eine fachgerechte Bachelorarbeit anzufertigen. Ziel: „Bachelor of Science in Aviation“.

Die Berufsperspektiven ergeben sich aus den Studieninhalten der entsprechenden Vertiefungsrichtung. In „Technics & Engineering“ werden Lerninhalte wie Wartung, und Reparatur sowie Informatik und Avionik vermittelt. Mögliche Berufsfelder liegen hierbei in der Musterzulassung, Zertifizierung und dem technischen Einkauf der Luftfahrtindustrie sowie der Flugsicherungstechnik.

Weniger technisch interessierte Studenten erlernen in „Operations & Management“ unter anderem Luftverkehrsmanagement, Sicherheits- und Risikomanagement und finden im Bereich Airport- und Security Managements auf Flughäfen, des Dispatchings (Leitungsarbeit) und des Operational Engineerings (Operative Ingenieurwissenschaften) wertvolle Karrierechancen.

Der Studiengang Aviatik ermöglicht eine studienbegleitende Lizenzausbildung zum Linienpiloten oder Fluglotsen. Diese Möglichkeit wurde seitens der Luftwaffe für die fünf angehenden Transportflugzeugführeroffiziere genutzt.

Der erweiterte Horizont der Absolventen, bei dem sie einen umfassenden Blick in die Luftfahrt bekommen, liefert einen wertvollen Beitrag für die künftige Aufgabenerfüllung innerhalb der Luftwaffe.


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