03.02.2016
Erschienen in: 12/ 2015 FLUG REVUE

Berufe in der LuftfahrtBeschäftigung auf Rekordniveau

Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie beschäftigt im Moment so viele Mitarbeiter wie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr.

fr 12-2015 berufe-grafik beschaeftigungsentwicklung (jpg)

Grafik: FLUG REVUE / Quelle:BDLI  

 

Betrachtet man die Kurve der Beschäftigtenzahlen in der produzierenden deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie – also ohne Flughafen-, Airline- und Behördenmitarbeiter –  sticht sofort ins Auge, dass die Kurve derzeit ein Allzeit-Hoch (siehe Grafik) erreicht hat.

fr 12-2015 berufe-Airbus Bremen Flügelausrüstung (Airbus Group)

Flügelausrüstung bei Airbus in Bremen. Foto und Copyright: Airbus Group  

 

Nach dem dramatischen Stellenabbau bei den direkt beschäftigten Mitarbeitern Mitte der neunziger Jahre gab es für die Kurve seit 1998 nur eine Richtung: aufwärts. Seit dem Tiefpunkt mit 56 412 Beschäftigten im Jahr 1994 hat sich die Zahl bis heute fast verdoppelt. Bis 2013 verlief die Kurve fast linear, 2014 ist die Beschäftigtenzahl in der Industrie nur noch um 190 gestiegen. Dies ist quasi Stillstand, wenn man die Vorjahre als Maßstab heranzieht.

Dabei erfreuen sich die Produkte und Dienstleistungen für die zivile Luftfahrt – allen voran die Airbus-Narrowbodies – einer historisch nie gekannten Beliebtheit. Airbus und Boeing haben Rekordauftragsbestände, die die Werke über mehrere Jahre hinaus auslasten, selbst wenn keine einzige Neubestellung einginge.

fr 12-2015 berufe-Tornado-Wartung bei Airbus (Airbus Group) (jpg)

Der Anteil der Militärluftfahrt an den Umsätzen der Industrie sinkt. Foto und Copyright: Airbus Group  

 

Trotzdem wird der Beschäftigtenzuwachs nicht mehr parallel zu den steigenden Auslieferungszahlen wachsen. Grund dafür sind neben Produktivitätssteigerungen aufgrund effizienterer Arbeitsabläufe und hoher Stückzahlen auch die Eröffnung neuer Werke im Ausland, wie zum Beispiel der Airbus-Endmontagelinie in Mobile im US-Bundesstaat Alabama. Da dieses Werk Strukturkomponenten und Systeme montiert, die in Europa gefertigt werden, sichert es hiesige Arbeitsplätze, aber es bremst ebenfalls die Dynamik in der positiven Beschäftigungsentwicklung. Ohne industriellen Fußabdruck in den Hauptabsatzmärkten würde Airbus allerdings langfristig seine Marktchancen dort spürbar verschlechtern.

Wenn sich die Lage in der militärischen Luftfahrt nicht ändert, könnte es nach dem Auslaufen der Eurofighter-Produktion in drei Jahren sogar wieder zu einem deutlich spürbaren Abbau des Mitarbeiterbestands kommen.

Größere Exportaufträge sowie Nachfolgeprogramme für den Fighter sind nicht in Sicht. Einen drastischen Abbau der militärischen Arbeitsplätze könnte die zivile Industrie aber nicht kompensieren.

FLUG REVUE Ausgabe 12/2015

Mehr zum Thema:
Volker K. Thomalla



  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 12/2016

FLUG REVUE
12/2016
07.11.2016

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Neue Junkers F 13 fliegt
- Dreiteilung airberlin
- Flughafen Lyon
- Erprobung Pilatus PC-24
- Wonsan Air Festival
- Brennstoffzellen im Alltagstest
- Extra Raumfahrt

aerokurier iPad-App