27.11.2013
FLUG REVUE

Zollbeamter am FlughafenDer Zoll kennt kein Pardon für Schmuggler

Die Aufgaben von Zöllnern haben sich gewandelt. Heute ist der Zoll eine Finanzpolizei und überwacht nicht nur den Warenverkehr und bekämpft Schmuggel, sondern verhindert Schwarzarbeit und setzt sich für den Umwelt- und Artenschutz ein.

Zollbeamter Flughafen Koffer Haschisch

Der Zoll fahndet am Flughafen nicht nur nach Drogen, sondern auch nach anderen Waren, die nicht eingeführt werden dürfen. Foto und Copyright: Bundesfinanzministerium  

 

"Haben Sie etwas zu verzollen?“ Die Frage fürchten viele Flugreisende, wenn sie gelandet sind und mit ihrem Gepäck gen Ausgang streben, selbst wenn sie nichts schmuggeln. Die Antwort auf die Frage der in Deutschland in grün gekleideten Damen und Herren sollte gut überlegt sein, denn sie ist eine verbindliche Auskunft. Sollten die Beamten etwas entdecken, was nicht eingeführt werden darf oder was die zulässigen Einfuhrmengen überschreitet, kann es für den Reisenden teuer werden und der vermeintliche Preisvorteil, den sich ein Reisender beim Erwerb der Produkte im Ausland ausgerechnet hat, ist dahin.
Dieses Szenario kommt vielen reflexartig in den Sinn, wenn sie das Wort Zoll hören, aber die Aufgaben der 40.000 Zöllner in Deutschland sind viel umfassender als nur die Kontrolle der Reisenden am Flughafen oder einer anderen Grenzkontrollstelle. Der Zoll ist eine Art Finanzpolizei, deren Aufgabe es unter anderem ist, den Warenverkehr zu beobachten und einzugreifen, wenn Produkte und Dienstleistungen illegal ein- oder ausgeführt werden. Natürlich bekämpft er den klassischen Schmuggel von illegalen Waren (Waffen, Rauschgift) und schützt die deutsche Wirtschaft durch die Beschlagnahme von Plagiaten und die Verhinderung von Schwarzarbeit. Er ist auch für die Erhebung verschiedener Steuern zuständig, so zum Bei-spiel die Energie-, Tabak-, Strom- und Einfuhr-Umsatzsteuer, die immerhin pro Jahr rund 100 Milliarden Euro ausmachen.
Der Zoll gehört in Deutschland zum Bundesfinanzministerium und ist in fünf Bundesfinanzdirektionen (Nord, Mitte, West, Südwest, Südost) ein Zollkriminalamt, 43 Hauptzollämter und 277 Zollämter gegliedert.
Wer sich für eine Laufbahn beim Zoll bewerben will, muss sich an die Bundesfinanzdirektion wenden, die für sein Heimat-Bundesland zuständig ist. Mindestvoraussetzung für eine Karriere im Mittleren Dienst ist ein Realschulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener kaufmännischer oder juristischer Lehre. Bewerber dürfen nicht vorbestraft sein, müssen bereit sein, Dienstkleidung und Waffen zu tragen und müssen einverstanden sein mit einer bundesweiten Versetzung. Mindestgröße sind aktuell 160 cm. Die Ausbildung für den mittleren Dienst dauert beim Zoll zwei Jahre und wird mit einer Laufbahnprüfung abgeschlossen.
Bewerber für den gehobenen Dienst müssen mindestens die Fachhochschulreife besitzen. Die Ausbildung für diese Laufbahn dauert drei Jahre und ist eine Kombination aus Studium an der Fachhochsule des Bundes (Bildungs- und Wissenschaftszentrum) in Münster und Fachpraktika bei den Hauptzollämtern. Bewerber müssen im Laufe ihrer Ausbildung mehrere Prüfungen bestehen und beenden ihre Ausbildung mit eine so genannten Laufbahnprüfung, die aus sechs Klausuren und einer mündlichen Prüfung besteht.
Im Rahmen der Ausbildung findet keine spezielle Schulung für die Tätigkeit am Flughafen statt. Bewerber können zwar ihren Wunsch äußern, nach der Ausbildung an einem Airport eingesetzt zu werden, eine Garantie für einen Arbeitsplatz am Flughafen gibt es aber nicht. Stattdessen können sie sich auch in anderen Bereichen wiederfinden und zum Beispiel auf Baustellen nach Schwarzarbeitern suchen oder im Zug zwischen der Schweiz und Deutschland Reisende kontrollieren.
Bedarf an Zollbeamten an den großen Flughäfen besteht aber fast immer, so dass Bewerber mit dem Wunsch, an einem Airport eingesetzt zu werden, diesen auch häufig erfüllt bekommen. Schichtdienst ist an allen Flughäfen die Regel.
Die Vergütung beziehungsweise Besoldung von Zollbeamten richten sich nach den Bestimmungen für Beamte. Im mittleren Dienst beginnen Anwärter mit 953,99 Euro Grundgehalt pro Monat, Anwärter für den gehobenen Dienst mit 1008,38 Euro. Hinzu kommen Zuschläge für Familienstand, besondere Aufgaben, Einsatzorte und –zeiten.

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Volker K. Thomalla



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