15.08.2015
FLUG REVUE

Schnelle SchutzengelFeuerwehrmann am Flughafen

Verkehrsflughäfen unterhalten spezialisierte Werksfeuerwehren, die nicht nur bei großen Unglücken tätig werden.

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In eigenen Trainingszentren lernen Flughafenfeuerwehrleute die Brandbekämpfung. Hier wird das Löschen eines Triebwerksbrandes geübt. Foto und Copyright: Fraport AG  

 

Der Alarmruf kommt mitten in der Nacht: Ein Frachtflugzeug im Anflug meldet Probleme mit der Fahrwerksanzeige. Großalarm für die Flughafenfeuerwehr. Eine Flotte von schweren, vierachsigen Flugfeld-Löschfahrzeugen mit großkalibrigen Schaumwerfern eilt, begleitet von weiteren Spezialfahrzeugen, über das Rollwegsystem des Flughafens an eine vorgeschobene Warteposition seitlich der Landebahn. Das Flugzeug landet glatt, Einsatz beendet.

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Vor den Toren Hollywoods nutzt die Flughafenfeuerwehr von Los Angeles martialisch geschminkte Statisten für eine Rettungsübung. Foto und Copyright: Los Angeles World Airports  

 

Zu jeder Tages- und Nachtstunde und natürlich auch sonn- und feiertags sind die im Schichtdienst tätigen Profis mit schwerem Gerät binnen drei Minuten an jedem Ort auf dem Flughafengelände, so schreibt es die ICAO vor.

Im Ernstfall arbeiten sich die Feuerwehrleute, durch Wassernebel, Schaum und silberne Spezialanzüge geschützt, mit schwerem Atemschutz auch an brennende Unglücksmaschinen heran, um deren Insassen zu befreien und zu retten. Sie wissen genau, wie sie eine Tür oder Rumpfhaut am schnellsten öffnen und wo in einem Flugzeugwrack explosive Sauerstoffbehälter und andere Gefahren lauern. Teilweise stehen die Brandbekämpfer bei meterhohen Stichflammen und sengender Hitze von 600 bis 800 Grad Celsius in dichtem Qualm knietief im Löschschaum. Dieser Job ist Schwerstarbeit und nichts für Menschen mit schwachen Nerven.

Neben dem regelmäßigen Training für, glücklicherweise selten gewordene, große Schadenslagen müssen die Feuerwehrleute auch im täglichen Dienst ständig Routineeinsätze bewältigen, die beim Betrieb eines Flughafens auftreten: Dazu gehören die unverzügliche Überprüfung von Feuer- oder Rauchmelderalarmen, kleinere medizinische Hilfeleistungen, die Sicherung beschädigter Gefahrgutbehälter oder die Brandschutzprüfung im gesamten Flughafenbereich inklusive aller Gebäude. Selbstverständlich muss auch die Ausrüstung ständig gereinigt, gepflegt, befüllt und überprüft werden. Nicht zuletzt steht die körperliche Fitness auf dem Dienstplan ganz oben, und das nicht nur im Kraftraum: Einige Flughäfen lassen ihre Brandschutzprofis nämlich praktische Trainingsluft beim Flugzeugenteisen oder Gepäckverladen in Spitzenzeiten schnuppern.

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Die ständige Pflege der Einsatzfahrzeuge und Ausrüstung hat einen hohen Stellenwert. Foto und Copyright: Fraport AG  

 

Die größten Flughafenfeuerwehren in Deutschland unterhalten der Frankfurter Rhein-Main-Flughafen und der Flughafen München mit jeweils knapp 200 Mitarbeitern. Diese sind auf mehrere Wachen verteilt, um möglichst schnell an jedem Unfallort zu sein.

Flughafen-Feuerwehrleute sind Beamte, sonstige Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes oder Angestellte einer Flughafengesellschaft. Die Einstellungsbedingungen, Gehälter und Arbeitsbereiche unterscheiden sich entsprechend und sind abhängig von Einsatzort und Arbeitgeber. Teilweise nehmen auch reguläre städtische Feuerwehrleute die Brandschutzaufgaben an Flughäfen mit wahr. Die Bundeswehr schützt ihre Fliegerhorste mit eigenen Feuerwehren. Die militärischen Brandschützer sind zwar Zivilangestellte, sichern aber den militärischen Flugbetrieb mittlerweile sogar in Afghanistan.

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Geschützte Spezialfahrzeuge werfen Schaum und Wasser und können selbst große Brände durchqueren. Foto und Copyright: Fraport AG  

 

Flughafen-Feuerwehrleute benötigen, wie alle hauptamtlichen Feuerwehrleute, eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem feuerwehrrelevanten Bereich. Die weitere Ausbildung kann nach einem Auswahlverfahren direkt bei einer Feuerwehr erfolgen oder, etwa als IHK-geprüfte Brandschutz-Fachkraft, extern stattfinden und ist selbstverständlich auch für Frauen möglich. Viele Regelungen unterscheiden sich im Detail je nach Flughafengröße. Die Frankfurter Flughafenfeuerwehr unterhält ein eigenes Trainingszentrum (FTC), in dem sogar komplette Flugzeugbrände nachgestellt werden können. Außerdem gibt es dafür mobile Anlagen.

Einig sind sich die meisten Arbeitgeber beim Verlangen eines Nachweises der „uneingeschränkten Feuerwehrdiensttauglichkeit und Atemschutztauglichkeit“. Oft wird auch eine Mindestgröße von 1,65 Meter und ein Einstellungshöchstalter von 30 Jahren (Bundeswehr 32 Jahre) genannt. Außerdem ist die Führerscheinklasse 2, CE oder B (Bundeswehr) erforderlich. Auch eine Ausbildung zum Rettungssanitäter wird häufig verlangt.



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