13.04.2016
Erschienen in: 04/ 2016 FLUG REVUE

Berufe in der LuftfahrtFlugbegleiter – Service und Sicherheit

Gesetzlich vorgeschrieben ist ihre Anwesenheit aus Sicherheitsgründen, doch auch mit guter Passagierbetreuung machen sich Flugbegleiter unentbehrlich.

"Cabin Crew, arm doors and crosscheck", tönt es aus dem Cockpit. Die vier Flugbegleiter in der A320 entfernen die Sicherungsstifte an den Türen und drücken die Hebel herunter, sodass die Notrutschen automatisch aufgeblasen werden, falls jemand eine Kabinentür betätigt. Danach nehmen die Flugbegleiter neben der Tür auf Klappsitzen Platz, um im Notfall mit einer Evakuierung beginnen zu können, sofern ihr Notausgang nicht versperrt ist. Flugbegleiter lernen Notverfahren auch für Notwasserungen und Notlandungen in exotischen Gegenden, etwa in Polarregionen oder Wüsten.

Die Versorgung der Passagiere mit Getränken und Speisen, der zollfreie Bordverkauf, das Abräumen und die sonstige Betreuung der Fluggäste sind im Vergleich zu den gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitspflichten nur noch die „Kür“. In Verkehrsflugzeugen ab 20 Sitzen und für jeweils 50 Fluggäste schreiben die Behörden die Anwesenheit von jeweils einem Flugbegleiter vor.

Voraussetzungen

Flugbegleiter müssen körperlich fit und medizinisch tauglich sein. Außerdem benötigen sie einen uneingeschränkten Reisepass und gute Englischkenntnisse. Sie arbeiten im Schichtdienst, ständig über Zeitzonen und Jahreszeiten hinweg. Häufige Abwesenheit vom Heimatort gehört für Flugbegleiter dazu. Viele Ruhezeiten werden in Hotels am Zielort verbracht. Diese können in einer interessanten Metropole oder einem attraktiven Ferienort stehen, aber auch an der Rückseite eines entlegenen Flughafen-Gewerbegebiets. Nur wer mit mehr Fernweh als Heimweh reist, sollte diesen Beruf ergreifen.

Hohe Nachfrage

Angesichts wachsender Flugzeugflotten wächst auch der Bedarf an Flugbegleitern. Während sie früher besonderes Prestige genossen und in ferne Länder kamen, ist der Job des Flugbegleiters heute ein normaler Dienstleistungsberuf. Alleine der Lufthansa-Konzern sucht in diesem Jahr 2800 neue Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter, etwa für Lufthansa, Swiss, Eurowings, Austrian Airlines und Lufthansa CityLine.

Darunter sind auch Beschäftigungsmodelle, bei denen man im Sommer Vollzeit und im Winter Teilzeit fliegt. Beim sogenannten 83-Prozent-Modell beträgt das fortlaufende Grundgehalt etwa 1368 Euro im Monat. Die Schichtzulage beträgt 16 Prozent, das Urlaubsgeld (35 Kalendertage) 848 Euro. Flugbegleiter sollten in der Nähe ihrer Einsatzbasis wohnen, um bei Rufbereitschaft schnell zum Flughafen kommen zu können. Üblich ist ein Einstundenradius. Flugbegleiter gibt es auch in der Business Aviation und sogar bei der Flugbereitschaft der Bundeswehr.

FLUG REVUE Ausgabe 04/2016

Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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