01.07.2015
Erschienen in: 03/ 2015 FLUG REVUE

Der Schlüssel zum ErfolgFluglehrer für zivile Piloten

Fluglehrer sind nicht nur in der Basisausbildung von Piloten von entscheidender Bedeutung. Sie spielen auch bei der Fort- und Weiterbildung eine wichtige Rolle.

Flugsimulator Airbus A330 Students Instructor (CAE)

Flugsimulator Airbus A330. Foto und Copyright: CAE  

 

Den Augenblick, wenn ein Fluglehrer seinen Flugschüler verlässt, damit dieser zu seinem ersten Alleinflug startet, wird kein Pilot jemals vergessen. In diesem Moment lastet nicht nur auf dem Flugschüler, sondern erst recht auf seinem Ausbilder eine große Verantwortung, denn er muss sicher sein, dass sein Zögling alle notwendigen Verfahren beherrscht und das Flugzeug unbeschadet in die Luft und wieder an den Boden bekommt. Neben der rein fachlich-fliegerischen sowie der pädagogischen Kompetenz gehört auch Menschenkenntnis zum Anforderungsprofil von Fluglehrern.

Flugsimulator Emirates Dubai (CAE)

Auch für die Ausbildung im Simulator sind erfahrene Fluglehrer gefragt. Foto und Copyright: CAE  

 

Um eine Fluglehrerberechtigung für Motorflugzeuge, den sogenannten Flight Instructor Aeroplane/FI(A), zu erwerben, muss man entweder im Besitz der Berufspilotenlizenz CPL(A) sein oder mehr als 200 Flugstunden auf Motorflugzeugen oder Touring-Motorseglern nachweisen. Bei mindestens 150 dieser Flugstunden muss der Bewerber verantwortlicher Flugzeugführer (pilot in command) gewesen sein. Sollte der Bewerber nicht über eine Berufspilotenlizenz verfügen, muss er die theoretischen Kenntnisse für den CPL(A) im Rahmen einer Prüfung nachweisen. Es sind noch weitere Voraussetzungen fliegerischer Natur zu erfüllen, die aber leicht zu meistern sind. Ein Fluglehrer-Lehrgang umfasst 125 Stunden Theorie  im Unterrichtsraum und 30 Stunden Training im Flugzeug, wo der Bewerber seine praktischen Fähigkeiten im Umgang mit Flugschülern üben kann, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Der Lehrgang endet mit einer Prüfung. 

Früher durfte ein Fluglehrer nach bestandener Prüfung sofort schulen, heute erhält er zunächst eine Lizenz mit eingeschränkten Rechten, die erst nach 100 Ausbildungsstunden als „Anwärter“ in eine volle Fluglehrerlizenz umgewandelt wird. Ausgehend von dieser Basis, können sich Fluglehrer dann über weitere Kurse zum Beispiel zum Instrumentenfluglehrer oder Fluglehrer für mehrmotorige Flugzeuge qualifizieren. 

Die Flugausbildung findet seit Jahren schon nicht mehr ausschließlich im Flugzeug statt. Ein großer Teil der Flugstunden – besonders bei weiterführenden Berechtigungen wie der Instrumentenflugberechtigung oder Type Ratings – wird selbstverständlich im Simulator absolviert. Dort kann der Fluglehrer die Auszubildenden nicht nur sicher in Situationen bringen, die im echten Flugzeug sicherheitskritisch wären, sondern ihnen in der Nachbesprechung auch genau zeigen, was an welcher Stelle falsch gemacht worden ist.

Die Perspektiven für Fluglehrer sind nicht schlecht, wenn man die Entwicklung nicht nur rein national betrachtet. In Deutschland gehen die Flugschülerzahlen in den klassischen Flugschulen für Privatpiloten zwar zurück, aber die Zahl der Berufspiloten steigt. Der Luftverkehr wächst mit fünf bis sechs Prozent pro Jahr. Dementsprechend wird neues Cockpitpersonal benötigt. Nicht nur die aufstrebenden Newcomer aus dem Nahen und Mittleren Osten brauchen Piloten, um die bestellten Flug­zeuge überhaupt bewegen zu können, auch die etablierten Airlines müssen aufgrund von altersbedingten Abgängen regelmäßig ihr Pilotencorps erneuern. Dabei gibt es zwar Nachfrage- und Angebotsschwankungen, aber grundsätzlich gilt: Ohne Fluglehrer geht‘s nicht, denn ohne sie gibt es keine neuen Piloten.

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Volker K. Thomalla


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